weather-image
24°
×

Bückeburgs Turmspringer bereiten sich auf die Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende vor

Splashdive: Sprünge in jeder freien Minute

Bückeburg (jp). Auf zur WM! Nach dem herausragenden Doppelschlag im vergangenen Jahr – ein Junioren-Weltmeistertitel für Lukas Kruse und ein Vize-Junioren-Weltmeistertitel für Bruder Malte Kruse – wollen die Turmspringer aus dem Bückeburger Bergbad auch bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in diesem Jahr nichts anbrennen lassen. Am 17. und 18. Juli steigt im Dallenberg-Bad in Würzburg die „Area 47 Splashdiving World Championship 2010“. Und mit einem rund zehnköpfigen Aufgebot wird der Landeskader Niedersachsen, so die offizielle Bezeichnung des Bückeburger Teams, am Start sein.

veröffentlicht am 10.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:21 Uhr

Seit mehreren Wochen sind die durch ihre schwarz-roten Neoprenanzüge weithin erkennbaren Turmspringer des Landeskaders mit ihren akrobatischen Luftkapriolen wieder unverkennbares Markenzeichen des Bückeburger Bergbads. Offizielle Trainingszeit ist immer sonntags ab 15 Uhr, doch gerade jetzt in den Ferien nutzen Teamtrainer Thomas Stefener aus Minden und seine fliegenden Mitstreiter jede freie Minute zur intensiven Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft.

Nicht wenigen Bergbadgästen stockt da nicht selten ein wenig der Atem angesichts von Luftkunststücken wie dem Auerbach, einem nach vorne gesprungenen Rückwärtssalto, oder dem Barani, einem Vorwärtsabsprung mit Schraube um 180 Grad, häufig kombiniert mit weiteren artistischen Kapriolen in luftiger Höhe, bevor es mit möglichst viel Rums und Platsch ins erfrischende Nass geht. Lautes Platschen und hohe Fontänen – das ist im Gegensatz zum olympischen Kunstspringen der tiefere Sinn des Splashdivings.

Die Qualitäten der Bückeburger Turmspringer haben sich offenkundig bereits vor der Weltmeisterschaft herumgesprochen. So berief Junioren-Bundestrainer Jonas Höltermann mit Florian Brill, Jan Wilko Heinze, Adrian Kostrzap und Malte Kruse gleich vier Bückeburger Springer in die Junioren-Nationalmannschaft. Und herumgesprochen haben sich auch die Qualitäten des Bergbads: So nehmen inzwischen neue Mitglieder des Landeskaders Anfahrten aus Hannover und aus Osnabrück in Kauf, um sich von den höchsten Plattformen des Bückeburger Wahrzeichens in die Tiefe stürzen zu können.

„In der Teamwertung hoffen wir auf jeden Fall auf einen Platz unter den ersten drei“, gibt sich Landeskader-Leiter Stefener zuversichtlich. Dass die Bückeburger Turmspringer das können, bewiesen sie bereits bei der Weltmeisterschaft 2008, als sie bis zum dritten Platz schafften. Im vergangenen Jahr reichte es indes nur zu Platz vier. Und was die Einzelergebnisse angeht, da haben die Brüder Kruse aus Dankersen schließlich 2009 vorgemacht, wie das geht.

Keinerlei Veränderungen gibt es indes an der organisatorischen Struktur des Teams. Nach wie vor trainieren die Bückeburger Turmspringer nicht unter dem Dach eines regulären Vereins, somit ohne den gesamten Formalismus einer Satzung, gewähltem Vorstand und lizensierter Übungsleiter. Und das aus einem einfachen Grund: „Mir fehlen dazu schlicht und einfach die Leute“, erklärt Team-Trainer Thomas Stefener. „Ich würde sehr gerne für das Turmspringen einen richtigen Verein gründen. Aber dazu bräuchte ich Eltern, die bereit wären, sich für die Vereinsarbeit und insbesondere die Besetzung von Vorstandsposten zu engagieren. Zur Zeit bin ich das jedoch ganz alleine.“

Somit gilt auch generell für das Turmspringen, ob allein oder mit Hilfestellungen der Mitglieder des Landeskaders: „Hier springt jeder auf seine Verantwortung. Wir können nur Tipps geben, wie man Sprünge gut hinbekommt. Losspringen muss jeder selbst.“ Und das gibt Thomas Stefener nicht nur Sprunganfängern auf den Weg, sondern auch deren Eltern: „Wenn Minderjährige bei uns regelmäßig mitmachen wollen, lasse ich mir grundsätzlich von den Eltern unterschreiben, dass sie das auf eigene Verantwortung tun.“




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige