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SC Rinteln mit neuer Variante für Burgfeldsweide / Steinanger-Startschuss heute im Verwaltungsausschuss

Sportzentrum für 1,2 bis 1,8 Millionen Euro

Rinteln (wer). Heute soll er im Verwaltungsausschuss fallen: der Startschuss für die Steinanger-Bebauung. Nach einem entsprechenden Votum im Ausschuss soll im Februar der Rat die Verwaltung beauftragen, die Bauplanung aufzunehmen und mit der Auslagerung der Vereine schon im kommenden Jahr, noch während des Verfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplanes, zu beginnen. Einebreite Mehrheit für diesen Grundsatzbeschluss scheint sicher - politischer Zündstoff dagegen steckt im Detail.

veröffentlicht am 14.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Mit dem Ratsbeschluss wäre der Weg frei zur sofortigen Auslagerung der Vereine. Der Umzug könnte bereits im Frühjahr beginnen, obwohl mit der Verabschiedung des Bebauungsplans nach üblicher Verfahrensdauer erst ein Jahr später zu rechnen ist. Im Haushalt (aufgeteilt auf die Jahre 2007 und 2008) sollen für den Umzugdes SC Rinteln an die Burgfeldsweide, des Reitvereins ins Industriegebiet Süd und der Einwohnerschützen ins "Eichenwäldchen" insgesamt über 2,3 Millionen Euro reserviert werden - mit der Maßgabe, diese kalkulierten Kosten noch nach unten zu korrigieren. Derzeit weist die Finanzrechnung zum Steinanger unterm Strich ein Defizit von fast 300 000 Euro aus. Den 2,38 Millionen "Umzugskosten" stehen 2,1 Millionen Verkaufserlöse für die Grundstücke gegenüber. Angestrebt wird aber, so heißt es in der Vorlage für den Verwaltungsausschuss, eine volle "Gegenfinanzierung" der Kosten durch den Flächenverkauf. Durch Zuschüsse vom Landkreis und verstärkte Eigenleistungen sollen die städtischen Ausgaben gesenkt werden. Allein rund eine Million Euro wird für den Umzug des Reitvereins ins Industriegebiet Süd veranschlagt. 450 000 Euro davon entfallen auf den Bau einer neuen Reithalle, 160 000 Euro auf neue Ställe. Auch eine Wohnung soll die Reithalle beinhalten. Die Verwaltung hat mehrere Angebote eingeholt und sieht wenig Spielraum, die Baukosten zu senken. Dennoch dürfte diese Kalkulation Anlass zu Nachfragen geben. Ebenso beim SC Rinteln: Der SC liegt mit seinem (vom Gymnasium und der VTR unterstützten) Konzept für die Burgfeldsweide bei rund 1,2 Millionen Euro Zuschussbedarf. 200 000 Euro soll die Sanierung der drei Sportplätze kosten, 630 000 Euro ein neues Vereinsheim mit sechs Umkleidekabinen. Die SPD-Fraktion (und zuvor die WGS) bekamen indes noch andere Zahlen zu hören: Bei den fraktionsinternen Präsentations-Terminen formulierte die SC-Spitze Wünsche nach einem großen Kunstrasenfeld und einer Tartanbahn. Im vorigen Sommer hatte der SC noch ein kleines Kunstrasenfeld für ausreichend erachtet. Der größere Platz würde mit 350 000 Euro zusätzlich zu Buche schlagen, die Tartanbahn mit 250 000 Euro. Insgesamt kostet das neue Sportzentrum an der Burgfeldsweide in dieser Variante 1,84 Millionen Euro. "Das wäre die Optimallösung, die für 25 Jahre und länger hält", begründet SC-Fördervereins-Vorsitzender Klaus Peters die nachgebesserte Variante. "Wir brauchen den großen Kunstrasenplatz jetzt nicht zwingend, aber es wäre eine weitblickende Lösung, die den Bedarf auch in fünf Jahren noch deckt." Und auf einem großen Kunstrasenplatz, sagt Peters, könnten alle Rintelner Fußballvereine im Winter trainieren. SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann hält die Maximal-Lösung für "nicht ganz abwegig", allerdings habe sich die Fraktion in diesem Punkt noch nicht festgelegt. Entschieden sei hingegen, dass die SPD "geschlossen für eine Bebauung des Steinangers" votieren werde. Auch die CDU unterstütze die Steinanger-Bebauung, sagt Fraktionschef Dr. Marc Lemmermann. Über die alten und neuen Pläne zur Burgfeldsweide informiert sich die CDU erst am Montag. "Nur" 180 000 Euro soll dagegen der Umzug der Einwohnerschützen kosten. Für alle drei Aussiedlungsprojekte gilt aber: Auch wenn sie nicht realisiert würden, fielen für die Stadt erhebliche Kosten an. Die Modernisierung der SC-Anlagen am Steinanger würde ebenfalls über eine Million Euro verschlingen. Auch die Reithalle ist sanierungsbedürftig, ebenso müsste das Schützenhaus am "Eichenwäldchen" ohnehin repariert werden. Geld für die Vereine müsste die Stadt in jedem Fall in die Hand nehmen.

Moderne Reitanlage, wie sie schlüsselfertig im Fertigbausystem angeboten wird. Foto: Viebrock



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