weather-image
20°
×

Stein des Anstoßes an der Kurpromenade: Regress gefordert / Diskussion „kleinkariert“

Sprudel lässt Politiker schäumen

Bad Nenndorf. Der mangelhafte Sprudelstein im Kurpark ist erneut energisch diskutiertes Bauausschuss-Thema gewesen. Eine von der verantwortlichen Firma in Aussicht gestellte nachträgliche Preisminderung und eine Verlängerung der Gewährleistungsfrist genügten SPD-Fraktionssprecher Volker Busse nicht. Dieser forderte einen Austausch oder eine Zahlungsverweigerung.

veröffentlicht am 18.09.2013 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:22 Uhr

Der Fontänen-Stein an der Ecke Kurhaus, den die Firma Rasche geliefert hat, ist zwar bereits repariert worden, doch zwei Risse sind nach wie vor erkennbar, sei es auch lediglich anhand des Kitts. Dass nun ein Preisnachlass die Stadt zufriedenstellen soll, ließ Busse regelrecht schäumen. Dies würde er als Privatmann auch nicht hinnehmen.

Angeblich handelt es sich bei den Steinen, von denen zwei Stück die Promenade säumen, um Einzelstücke, die deshalb auch nicht zu ersetzen sind. Doch Erwin Biener (WGN) pflichtete Busse bei: Die Stadt wollte mit dem 10 000 Euro teuren defekten Sprudelstein eigentlich einige Jahre Freude haben, ohne dass Risse zu beklagen sind. Sollte die Firma Rasche auf die Bezahlung verzichten, wäre dies zumindest eine Diskussionsgrundlage.

Doch WGN-Ratsherr Michael Kosian ging einen Schritt weiter und plädierte rigoros für einen Austausch des schadhaften Steins. Es handele sich immerhin um vier Risse. Die nachträgliche Reparatur mittels Verfugung werde nicht dauerhaft Abhilfe leisten, meinte der WGN-Ratsherr.

WGN-Sprecher Frank Steen sagte allerdings, der Bauausschuss müsste dann einen Gutachter beauftragen, der etwa 1000 Euro kosten dürfte, und sich auf ein Gerichtsverfahren einstellen. Erich Thies (CDU) stimmte Steen zu, das von ihm skizzierte Vorgehen sei das einzig mögliche. Steen hingegen bekräftigte, er sei keineswegs dafür, einen Gutachter zu engagieren, ihm würde die verlängerte Gewährleistung ausreichen. Die Diskussion sei kleinkariert. Steens Einwand sollte eher eine Warnung vor den möglicherweise ausufernden Konsequenzen sein.

Aus seiner Kenntnis des Baugewerbes – Steen ist Architekt – dürfte ein Gutachter kaum im Sinne eines kostenlosen Austauschs urteilen. Heinrich Steding (CDU) hatte sich zuvor bereits für eine gütliche Lösung mit dem Unternehmen ausgesprochen. Als Kompromiss konnte sich auch Busse damit anfreunden und schlug vor, die Verwaltung zu beauftragen, einen hundertprozentigen Preisnachlass von der Firma zu fordern. So einigte sich der Ausschuss schließlich – und die Wogen waren ein wenig geglättet.gus




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige