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Vor Gericht: Schüler bekommt nach Unfall im Bergbad 3000 Euro Schmerzensgeld

Sprung vom Fünfmeterturm in den Nacken

Bückeburg (ly). Nach einem Unfall im Bergbad bekommt ein Schüler aus Eisbergen 3000 Euro Schmerzensgeld. Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs, geschlossen in einem Zivilprozess vor dem Landgericht.

veröffentlicht am 02.11.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:41 Uhr

Im Juli 2010 war dem damals Achtjährigen ein Bückeburger (17) in den Nacken gesprungen, der einen Rückwärtssalto vom Fünfer gemacht hatte, auch bekannt als „Auerbach“. Zur selben Zeit hatte der Achtjährige den Eintauchbereich des Beckens durchschwommen. Beides war riskant.

Eine gütliche Einigung, angeregt von Richterin Martina Hollah, drängte sich deshalb auf. „Aus meiner Sicht kann man weder der einen noch der anderen Seite die komplette Schuld zuweisen“, hatte Hollah durchblicken lassen. „Ich habe das Gefühl, dass beide nicht so richtig aufgepasst haben.“ Soll heißen: Nach einer „Arschbombe“ vom Dreier hat der Junge mit dem Durchschwimmen des Eintauchbereiches gegen die Haus- und Badeordnung verstoßen, während der Turmspringer bei vollem Betrieb keinen Auerbach-Salto (mit Anlauf) hätte machen dürfen.

Rechtsanwältin Anke Grotjohann, die den verletzten Eisberger vertritt, hatte zunächst 10 000 Euro Schmerzensgeld verlangt. Vollständig genesen ist der Schüler offenbar bis heute nicht. Erlitten hatte er unter anderem eine Fraktur des zweiten Halswirbels. „Der Bruch war direkt an der Wachstumsfuge“, so Anwältin Grotjohann. „Wenn mein Mandant wächst, bekommt er Kopfschmerzen.“ Der Junge selbst berichtet: „In der Schule kann ich meinen Kopf nicht lange schräg halten.“

Der 8. Juli 2010 war ein heißer Tag, das Bergbad entsprechend voll. Mehr als 30 Grad Celsius zeigte das Thermometer. Der Bückeburger, nach eigener Einschätzung „ein erfahrener Springer“, stieg auf den Fünfmeterturm. „Ich bin an den Rand gegangen und habe nachgesehen, ob alles frei ist“, erinnert sich der junge Mann. „Dann bin ich ein Stück zurück, um auf den Dreier zu gucken.“

Vor dem Absprung will sich der Jugendliche außerdem bei zwei anderen Badegästen auf dem Turm rückversichert haben, dass niemand im Eintauchbereich ist. Er nimmt an, dass der Achtjährige in dem Moment gerade unter Wasser war. „Als ich schon in der Luft war, sah ich den Jungen und konnte nicht mehr ausweichen.“ Der Schüler kann sich an den Badeunfall kaum noch erinnern. „Nach dem Auftauchen habe ich hoch zum Fünfer geguckt und keinen gesehen“, erzählt er. „Dann bin ich losgeschwommen.“




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