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Hautprobleme? Nach fünf Jahren zahlen die Krankenkassen wieder für Sole-Phototherapie

Staatsbad öffnet erneut die Strahlenkammer

Bad Nenndorf (ni). Nach fünfjähriger „Pause“ gibt es für Menschen, die an Schuppenflechte und chronischen Ekzemen leiden, in Bad Nenndorf wieder die Chance auf Linderung mithilfe der Sole-Phototherapie, einer kombinierten Behandlung aus Solebad und UVB-Bestrahlung.

veröffentlicht am 09.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:41 Uhr

„Bis 2004 wurde das im Wincklerbad angeboten“, erinnert die Hautärztin Elisabeth Schubert. „Insgesamt 19 Jahre lang.“ Zu Spitzenzeiten seien 50 Patienten pro Tag in den Genuss der Kombi-Behandlung gekommen. „Der Bedarf war und ist definitiv da.“ Dann hätten die Krankenkassen die Leistung aus ihrem Katalog herausgenommen. „Irgendwo mussten sie streichen – und an der Psoriasis leiden sie zwar sehr, aber sie sterben nicht daran.“ Nach einer groß angelegten Wirksamkeitsstudie, die den Nutzen dieser Therapieform bestätigt hat, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Sole-Phototherapie wieder.

Grund genug für das Staatsbad Nenndorf in Kooperation mit der in Bad Nenndorf niedergelassenen Dermatologin, das Angebot wieder aufzunehmen. „Und im Rahmen unserer Umbaumaßnahmen in der Rheuma-Klinik bieten wir diese Therapie dort quasi ab sofort wieder an“, sagt Staatsbad-Geschäftsführer Peer Kraatz. „Und Sole ist ja ohnehin eine der ureigensten Heilmittel des Staatsbades.“

Der Sicherheitscheck der Bestrahlungskammer, die über Leasingverträge angeschafft wurde und optisch an ein begehbares Solarium erinnert, sei erledigt, das Personal in die Bedienung und Handhabung eingewiesen. „Frau Doktor Schubert wird noch ein paar Gespräche führen, aber im Grunde sind wir startklar“, betont Kraatz. Die Ärztin sei zuständig für Indikation und Verordnung, mit Kostenvoranschlag und Rezept gehe es dann zum Service-Center, wo die Patienten dann die entsprechenden Termine bekämen.

„Theoretisch kann man sich alle 24 Stunden bestrahlen lassen“, erklärt Schubert. „Praktisch wird aber dreimal pro Woche verordnet.“ Je nach Hauttyp und Schwere der Erkrankung schwanke die Dauer der Bestrahlung zwischen vier Sekunden und maximal vier Minuten. „Entscheidend ist auch nicht die Zeit, sondern die Bestrahlungsmenge“, betont die Hautärztin. Und diese berechne das Gerät automatisch.

Vorgesehen sei die Therapie für Patienten, die auf Salbenbehandlung nicht ansprechen oder eine „härtere“ systemische Therapie mit Tabletten und Injektionen nicht vertragen. Nach einem 20-minütigen Wannenbad in normaler Sole, Schwefelsole oder Schwefel folge die phototherapeutische Strahlendosis.




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