weather-image
13°

Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen folgt Klaus Suchland als Projektleiterin

Stabwechsel bei der „Leselust“

BÜCKEBURG. Vor zehn Jahren hat Klaus Suchland die Leselust Schaumburg quasi aus dem Nichts auf die Beine gestellt. Heute sind 109 Lesepaten an 17 Grundschulen und 28 Kindertagesstätten sowie zwei weiterführenden Schulen ehrenamtlich engagiert; lesen Kindern vor, sorgen für Lesekompetenz, Bildungskompetenz und Selbstvertrauen bei Kindern im Alter zwischen zwei bis ins Teenager-Alter.
Am Dienstag nun hat Klaus Suchland aus Altersgründen die Projektleitung der Leselust in jüngere Hände übergeben. Ab sofort zeichnet Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen als Projektleiterin für die Leselust verantwortlich – bis vor Kurzem Direktorin des Gymnasiums Bad Nenndorf.

veröffentlicht am 12.02.2019 um 15:49 Uhr
aktualisiert am 12.02.2019 um 18:30 Uhr

Stabübergabe bei der Leselust Schaumburg: Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen (2. v. l.) übernimmt die Projektleitung von Klaus Suchland (l.), der aufhört. Damit die Leselust läuft, dafür sorgt die Bürgerstiftung Schaumburg in Person des Vorstandsvorsitzenden
4299_1_orggross_r-cremers

Autor

Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BÜCKEBURG. Vor zehn Jahren hat Klaus Suchland die Leselust Schaumburg quasi aus dem Nichts auf die Beine gestellt. Heute sind 109 Lesepaten an 17 Grundschulen und 28 Kindertagesstätten sowie zwei weiterführenden Schulen ehrenamtlich engagiert. Sie lesen Kindern vor, sorgen für Lese- und Bildungskompetenz sowie Selbstvertrauen bei Kindern von zwei Jahren bis ins Teenager-Alter.

Am Dienstag nun hat Suchland aus Altersgründen die Projektleitung der Leselust in jüngere Hände übergeben. Ab sofort zeichnet Irmtraud Gratza-Lüthen als Projektleiterin für die Leselust verantwortlich – bis vor Kurzem Direktorin des Gymnasiums Bad Nenndorf. „Leselust ist mir eine Herzensangelegenheit, Lesekompetenz der Schlüssel für Bildung“, sagte sie bei der Stabübergabe im Büro der Bürgerstiftung Schaumburg in Bückeburg, wo Anke Milost ebenfalls seit Kurzem quasi als Geschäftsführerin für die Koordination der Leselust sorgt und alles am Laufen hält. Als sie gefragt worden sei, habe sie sofort Ja gesagt, so Gratza-Lüthen weiter. Sie wolle und werde die bisherigen Lesepaten in deren freiwilligem Engagement unterstützen und begleiten. Und sie wolle auch weiterhin für Nachwuchs sorgen. Denn bedingt dadurch, dass die Lesepaten in der Regel bereits älter sind, gibt es altersbedingt eine recht hohe Fluktuation. „Darum müssen wir uns kümmern“, so Gratza-Lüthen.

Studien haben ergeben, dass regelmäßiges Vorlesen für die Entwicklung von Kindern wichtig ist. Ein Drittel aller Eltern liest ihren Kindern gar nicht oder selten vor und nimmt damit ihren Kindern Bildungschancen. Zwei Gruppen müssten daher noch stärker zum Vorlesen animiert werden: Eltern, die selbst nicht über eine ausreichende Schulbildung verfügen und häufig einen Migrationshintergrund haben, und Männer.

Beides Gruppen, um die die Leselust Schaumburg verstärkt werben will: Gerade einmal zehn Männer sind bisher bei der Leselust aktiv. Andere Kulturkreise habe er trotz aller Bemühungen nicht erreicht, räumte Klaus Suchland ein. Dabei sei es hilfreich, wenn etwa ausländische Kinder ihre erworbene Lese- und Sprachkompetenz dazu nutzen würden, ihren Großeltern die Sonderangebote heimischer Supermärkte zu vermitteln, ergänzte die neue Projektleiterin. Aus ihrer Praxiserfahrung sei sie sich aber sicher, dass sich das wandele, da immer mehr Referenten anderer Kulturkreise als Lehrer an die Schulen kämen. Zudem seien Schaumburgs Schulen „deutlich bunter“ geworden.

Dass die Leselust hilft und in den vergangenen zehn Jahren vieles bewegt hat, davon ist Gratza-Lüthen überzeugt: „Ja, das ist messbar.“ Die Kinder würden keine Überflieger, aber die Lesekompetenz steige, „und sie gewinnen an Sicherheit und Selbstbewusstsein“. Des Weiteren machten sie die Erfahrung, dass jemand für sie da sei, ein Lesepate, der sie wertschätze und auch bei Problemen zuhöre, etwa wenn der Hamster gestorben sei.

Viel Positives also, was auch die Bürgerstiftung Schaumburg bewogen hat, die Leselust dauerhaft zu unterstützen, wie der Vorstandsvorsitzende Rolf Watermann bei der Stabübergabe sagte. Anke Milost sitzt im Büro der Bürgerstiftung und übernimmt dort quasi als Geschäftsführerin die Koordination der Leselust. Deren Schirmherr übrigens Klaus-Henning Lemme ist, Vorsitzender der Schaumburger Landschaft.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare