weather-image
21°
×

Kleinenbremer Holzbrücke über die B 83 bleibt länger gesperrt / Sanierung oder Neubau?

Stadt macht den (Wirtschafts-)Weg frei

Bückeburg/Kleinenbremen (ly). Erleichterung in Kleinenbremen: Nach der Sperrung der Holzbrücke über die Bundesstraße 83 richtet die Stadt Porta Westfalica den arg ramponierten Wirtschaftsweg her, der zu Füßen des Bauwerks beginnt und Richtung Im Gallen führt. Die Bauarbeiten starten in diesen Tagen und sollen rasch beendet sein, wie der Technische Beigeordnete Stefan Mohme berichtet. Das Grün wurde bereits zurückgeschnitten.

veröffentlicht am 09.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 06:41 Uhr

Stark genutzt wird die Verbindung nach Bückeburg vor allem von Radlern und Fußgängern, vereinzelt auch von Rollstuhlfahrern. Sie hat zudem touristische Bedeutung. Wiederholt hatte der Bezirksausschuss für Kleinenbremen und Wülpke darauf gedrängt, den Weg instandzusetzen. Beim Bau einer Pumpstation nahe der Brücke war die Strecke vor einigen Jahren sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir machen das bestmöglich fertig“, verspricht Mohme und kündigt eine Decke aus Feinsplitt an.

In Kleinenbremen hatte unter anderem der CDU-Politiker Heinrich Werkmeister Kritik geäußert, weil die Stadt sich trotz einstimmiger Beschlüsse des Ortsgremiums so lange Zeit lasse. Werkmeister sieht „ein Stück aus dem Tollhaus“ und stellt fest: „Fußgänger, Radfahrer und Behinderte haben keine Lobby.“

Stefan Mohme weist die Kritik zurück. Erst Anfang Juli sei der Haushalt verabschiedet worden, erinnert er. „Größere Ausgaben, die nicht sicherheitsrelevant sind, mussten zurückgestellt werden.“ Bei dem Wirtschaftsweg gehe es dagegen um Komfort. „Der Auftrag an den Wirtschaftsbetrieb wurde im Frühjahr erteilt“, so Mohme.

Werkmeister lässt das nicht gelten. „Eine Zusage, den Weg zu erneuern, hat die Stadt bereits vor zwei Jahren gegeben“, beharrt er und nennt die Äußerungen Mohmes „Humbug“.

Aufatmen kann jedenfalls Günter Ahldag, der in seinem motorgetrieben Gefährt für Behinderte zweimal pro Woche zum Einkaufen nach Bückeburg fährt. Die Abkürzung über die Holzbrücke bleibt ihm zwar weiter versperrt. Doch Ahldag muss künftig nicht länger befürchten, auf dem holperigen Wirtschaftsweg, der zudem seitlich abfällt, umzufallen oder aufzusetzen – was bei einer Bodenfreiheit seines Fahrzeugs von zwölf Zentimetern leicht passieren kann.

Ob die gesperrte Holzbrücke noch zu retten ist oder durch ein neues Bauwerk ersetzt wird, hängt von den Kosten ab. So oder so: „Wir werden zusehen, dass die Brücke dem Verkehr so schnell wie möglich wieder zur Verfügung gestellt wird“, versichert Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln in der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Zurzeit werde ein Gutachten erstellt, um zu prüfen, „ob sich das Bauwerk wirtschaftlich sanieren lässt“. In zwei Monaten soll Klarheit herrschen. Die Alternative zur Reparatur wäre ein Neubau, allerdings als Stahl- oder Betonkonstruktion, weil Holz nicht so dauerhaft sei. In beiden Fällen rechnet Brockmann mit einer Fertigstellung im kommenden Jahr. „Ich gehe von 2012 aus“, widerspricht Werkmeister.

Zuletzt hatte eine Sonderuntersuchung ergeben, dass tragende Teile durch Feuchtigkeit morsch und faul geworden sind. Einstürzen kann die 1990 errichtete Geh- und Radwegbrücke laut Brockmann nicht. „Aber es könnte zum Beispiel passieren, dass man mit dem Fuß durch ein Brett bricht und sich verletzt“, so der Behördenleiter.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige