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Stadt-Galerie sieht sich als Gewinn für Hameln

Hameln (wul). Das einstige Schreckgespenst der Händler und gleichsam Geschenk für zigtausende Konsumenten aus Hameln und Umgebung hat einige Tage nach seinem zweiten Geburtstag Bilanz gezogen: Von "ganz ordentlichem Ergebnis" beim Umsatz der Stadt-Galerie ist die Rede, von "Ziel erreicht" beim Blick auf Hameln als gestärktem Einkaufsstandort. Aus Sicht der Manager das Wichtigste: Das Einzugsgebiet, aus dem Kunden in das Center kommen, überschreitet nach rund 740 Tagen die Grenzen, die ursprünglich gezogen worden waren. Aus Sicht der Händler in der Innenstadt das vielleicht wichtigste Resultat einer Untersuchung der Stadt-Galerie: Die Center-Kunden gehen auch in die Innenstadt.

veröffentlicht am 17.03.2010 um 14:51 Uhr
aktualisiert am 06.02.2013 um 11:09 Uhr

Axel Diewald und Kerstin Jackenkroll scheinen zufrieden mit der Entwicklung ihres bald wieder 99 Geschäfte umfassenden Einkaufszentrums in Hamelns Altstadt. Jahrelang hatte die Ansiedlung des Riesen für hitzige Diskussionen gesorgt und nicht nur bei den Einzelhändlern die Angst geschürt, dass die Fußgängerzone nach dem Bau ausbluten könnte - jetzt haben der Regionalmanager und die Center-Managerin Ergebnisse einer internen Untersuchung und Befragung präsentiert, die die Stadt-Galerie als Gewinn bringenden Faktor für Hameln darstellen. Ein Gebiet, in dem rund 371 000 Einwohner leben, war ursprünglich als Einzugsgebiet definiert worden. Nach den Untersuchungen umfasst es laut Jackenkroll tatsächlich rund 420 000 Einwohner, sprich: Die Shopping-Kunden kommen aus weiter entfernt gelegenen Städten und Orten als zuvor angenommen, darunter auch Detmold, Höxter, Holzminden, Hildesheim und auch Hannover. 

Etwa 31 Prozent kämen aus dem erweiterten Einzugsgebiet nach Hameln - eine Entwicklung, die für Hameln insgesamt gut sei, so Diewald. Er weist darauf hin, dass der Anteil jener Kunden, die nicht nur in der Galerie verweilen, sondern auch den Weg in die Innenstadt finden, auf 73,5 Prozent angestiegen sei - eine zunächst rein quantitative Größe, denn ob sie tatsächlich auch "draußen kaufen", darüber gibt es keine Erhebungen. Hameln präsentiere sich in seiner Gesamtheit aber als "super attraktiv" mit seinen jetzt rund 400 Geschäften, von denen 100 in der Stadt-Galerie sind. Und die Vergrößerung des Einzugsgebietes sei auch nicht allein dem Center zuzurechnen, sondern sei eben auch der schönen Innenstadt zu zollen.

Seit der Eröffnung am 11. März 2008 habe sich der in der Stadt-Galerie erzielte Umsatz positiv entwickelt, erklärte Diewald. Euphorisch wird er nicht bei 62 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2009, aber es sei "ein ganz ordentliches Ergebnis" für ein Haus, in dem es kein Geschäft für Unterhaltungselektronik gibt. Ebenfalls positiv: Die Anzahl der leerstehenden Läden in der Galerie verringere sich in Kürze von drei auf eins. Zwei hatten laut Jackenkroll Insolvenz angemeldet, andere hatten die Miete nicht bezahlt.

Wenngleich sich die Einstellung der anderen Händler gegenüber der Stadt-Galerie positiv entwickelt habe, so Jackenkroll und die Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing schon ganz gut klappe - beides befinde sich noch auf "einem ausbaufähigen Niveau". Eine Einschätzung, die Holger Wellner vom Einzelhandelsverband Hameln-Pyrmont durchaus teilt. "Ich würde mir einen noch engeren Schulterschluss wünschen", sagt er und kritisiert Einzelaktionen, die von der Stadt-Galerie für dieses Jahr geplant sind.




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