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Klasse 4c der Grundschule Am Harrl erfährt Wissenswertes über die Wasserversorgung der Stadt

Stadtwerkeöffnen die Pforte zu "Harrl Alt"

Bückeburg (bus). Fast war's ein wenig wie bei den Türchen des Adventskalenders, deren Öffnung stets aufs Neue mit großer Spannung verbunden ist: Einen Blick hinter eine Tür, von der nur wenige Bückeburger wissen, was sie verborgen hält, haben jetzt die Mädchen und Jungen der Klasse 4c der Grundschule Am Harrl geworfen. Die Schüler waren Gäste der Stadtwerke Schaumburg-Lippe und nahmen den Hochspeicher "Harrl Alt" in Augenschein. Dabei erfuhren sie von Wassermeister Dietmar Steinmeier, Entstörungsdienstspezialist Holger Groes und Maren Hue, die bei den Stadtwerken für Unternehmenskommunikation zuständig ist, allerhand Wissenswertesüber die Wasserversorgung der ehemaligen Residenzstadt.

veröffentlicht am 29.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:14 Uhr

Geschmacksprobe vor dem Rüstwagen der Stadtwerke: Trotz scheinba

Über die wichtigste Erkenntnis wusste die unter der Leitung von Angelika Wobbe angereiste Truppe allerdings schon vor dem Besuch Bescheid. "Ohne Wasser könnten wir nicht leben", war der 26 Köpfe starke Teilnehmerkreis einer Meinung. Auch darüber, wo das von der Birkenallee in die Ortsteile geleitete Nass schlussendlich hingelangt, waren sie bestens im Bilde - "die Kläranlage haben wir auch schon besucht." Dennoch konnte sie das Stadtwerke-Trio über etliche Neuerungen ins Bild setzen. Dass beispielsweise das Wasser keinesfalls, wie eigentlich zu erwarten stünde, aus den Tiefen des Harrls gefördert wird, sondern aus dem relativ weit entfernten Engern stammt. "Dort betreiben wir insgesamt 16 fünf bis neun Meter tiefe Brunnen", klärte Steinmeier auf. Drei kolossale Pumpen, die bis zu 80 Kubikmeter pro Stunde schaffen, schicken die Trinkflüssigkeit durch gewaltige Rohrleitungen in Richtung Zwischenlager. Eines von denen ist "Harrl Alt", das in zwei riesigen Becken 500 000 Liter fassen kann. Das dem Bergbad gegenüber gelegene Bauwerk, von dem überirdisch nur ein turmähnliches Gemäuer wahrzunehmen ist, existiert seit mehr als einem Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz. Was allerdings nicht bedeutet, dass das Wasser ähnlich viele Jahre auf dem Buckel hat. Wie Hue auf eine entsprechende Zwischenfrage erläuterte, sei der Inhalt der Kavernen sozusagen taufrisch. Rund 160 Kontrollen pro Jahr stellten die kontinuierlich hervorragende Qualität sicher. Während einer Stippvisite in der Verteileranlage, die ebenso wie die Vorratsbehälter unterhalb der Erde liegen, durften die jungen Gäste höchstpersönlich einen Gütetest vornehmen. "Schmeckt prima, fast wie bei uns zuhause", lautete die einhellige Erkenntnis. Groes klärte darüber auf, "was passiert, wenn nichts passiert". Im Entstörungsdienst, bedeutete der Experte, funktioniere mittlerweile vieles per Computer. Nahezu das gesamte Netz sei digital erfasst. Falls es aber einmal zu einem Rohrbruch oder einem vergleichbaren Schaden komme, helfe die moderne Technik allein auch nicht weiter- "dann ist selbstverständlich Handarbeit gefragt."




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