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Exzellentes Konzert beim Kulturverein

Startenor Klaus Florian Vogt singt gemeinsam mit seinem Sohn

Als „großen Künstler und Weltstar“ hat Alexander zu Schaumburg-Lippe am Freitag Klaus Florian Vogt im voll besetzten, großen Saal des Bückeburger Rathauses willkommen geheißen. Und es sollte sich zeigenen, dass das nicht zu hoch gegriffen war.

veröffentlicht am 10.02.2020 um 00:00 Uhr

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Reporter

BÜCKEBURG. Als „großen Künstler und Weltstar“ hat Alexander zu Schaumburg-Lippe am Freitag Klaus Florian Vogt im voll besetzten, großen Saal des Bückeburger Rathauses willkommen geheißen. Der Schlossherr lobte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des veranstaltenden Kulturvereins den Startenor in höchsten Tönen – und es sollte sich erweisen, dass nicht ein einziger Ton zu hoch gegriffen war. Der Abend kam einer Sternstunde gleich.

Vogts Gastspiel in der ehemaligen Residenzstadt hatte schon im Vorfeld bundesweit allerhand Aufmerksamkeit hervorgerufen. Festsäle in Kleinstadtrathäusern zählen im Normalfall nicht zu den favorisierten Auftrittsstätten des bekannten Kammersängers. Er ist gefragter Gast bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth sowie an allen großen Opernhäusern rund um den Globus. Der Auftritt in Bückeburg war über weitreichende private Verwandtschafts- und Bekanntschaftsbeziehungen realisiert worden. So konnte sich Kulturverein-Geschäftsführerin Johanna Harmening freuen, dass neben heimischem Stammpublikum auch Interessenten aus Berlin, München, Hamburg und Stuttgart gekommen waren.

„Wir sind sehr erfreut, heute Abend hier zu sein“, sagte Vogt auch im Namen seines Pianisten Jobst Schneiderat und eines zuvor nicht angekündigten Überraschungsgastes, der sich im weiteren Verlauf des Konzertes als sein Sohn Bosse entpuppen sollte.

Los ging’s mit sieben Liedern aus der Feder von Joseph Haydn. „Kleine Geschichten über Liebe und missverstandene Liebe und solche Sachen“, gab der Sänger zu verstehen, der das gesamte Programm gut gelaunt und charmant mit erläuternden Ausführungen begleitete. Es folgten umfangreiche Zusammenstellungen von Johannes Brahms und Franz Schubert (ein Zyklus aus „Die schöne Müllerin“), die allein schon das Eintrittsgeld wert gewesen wären. Bald erklangen erste Bravo-Rufe und der Applaus geriet schon vor der Pause dermaßen stürmisch, als gelte es, frühzeitig Zugabewünsche zu postulieren.

Die zweite Hälfte hielt Texte und Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Emmerich Kálmán, Franz Léhar und Leonard Bernstein parat. Dem mit der Tamino-Arie vollzogenen Sprung von den Liedern zu Mozarts Oper „Zauberflöte“ schloss sich unvermittelt – anders als im Programmheft annonciert – die Gralserzählung aus Wagners „Lohengrin“ an. „Der Lohengrin zählt zu den Stücken, die ich fraglos am meisten gesungen habe und mit denen ich die für mich bewegendsten und bedeutendsten künstlerischen Augenblicke auf der Opernbühne erlebt habe“, ließ Vogt das erwartungsfrohe Auditorium wissen.

Nachdem der großen romantischen Oper schnurstracks Kálmáns „Gräfin Mariza“ (im Duett mit Sohn Bosse) und Léhars „Zarewitsch“ gefolgt waren, hieß es mit der ebenfalls zu zweit besungenen „Maria“ aus Bernsteins „West Side Story“ und Léhars „Dein ist mein ganzes Herz“ aus dem „Land des Lächelns“ langsam Abschied zu nehmen. „Uns hat es großen Spaß gemacht“, fasste der Sänger zusammen, bevor im Anschluss an Kálmáns „Nimm, Zigeuner, deine Geige“ und Brahms‘ Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ nichts mehr kommen konnte.

Als nächste Auftrittsorte stehen nach Bückeburg nun Leipzig, Paris und Barcelona in Vogts Tourneekalender.




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