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Gutachten zu Staub- und Schadstoffbelastung durch Interseroh-Holzrecycling liegt vor

Staubmessung: Grenzwerte nicht erreicht Keine Gefahr durch Arsen, Blei und Nickel

Bückeburg (rc). In Kurzform hatte Baubereichsleiter Jörg Klostermann bereits die Ergebnisse der Staubmessung rund um den Holzrecyclingbetrieb „Interseroh“ im Hafen Berenbusch vorgestellt. Jetzt präsentierte er in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses als auch in der Sitzung des Ortsrates Evesen das gesamte Gutachten, das der Stadt mittlerweile vorliegt.

veröffentlicht am 06.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

Danach geht von den Staubbelastungen, über die sich immer wieder vehement die Anwohner beschwert hatten, keine Gefahr aus. Die Grenzwerte für Staub, Arsen, Blei, Cadmium, Nickel und Quecksilber liegen weit unter den Grenzwerten der Technischen Anleitung Luft. Lediglich einen Ausreißer gab es Ende Juli/Anfang August 2011, als ein sehr hoher Staubwert gemessen wurde, der allerdings auch immer noch unter dem Grenzwert lag. Als wahrscheinliche Ursache zitierte Klostermann aus dem Gutachten den Grund, dass in unmittelbarer Nähe der Messstationen Arbeiten auf den Äckern durchgeführt worden sind und Ackerboden in die Messgeräte gewirbelt worden ist. Ansonsten habe es bei allen gemessenen Werten einen „gleichmäßigen Verlauf“ gegeben.

Betrieb rechtskonform

Gemessen wurde von Mai 2011 bis Mai 2012 an drei Stellen in Evesen und Berenbusch: am Tannenweg, an einer weiteren Stelle in Nordholz sowie in Berenbusch. Alle 30 Tage wurden die Messbehälter geleert und der Inhalt analysiert. Die abschließende Beurteilung des zuständigen Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim, das das Gutachten auch in Auftrag gegeben hat: „Es liegen rechtskonforme Betriebsbedingungen vor.“

Aussagen, die den Ratsherren Wilhelm Klusmeier (Grüne) und den Ortsrat Björn Brocks (Grüne), beide Anwohner des Tannenwegs, nicht zufrieden stellten. Inhaltlich sei das Gutachten richtig, stellte Klusmeier fest. Es seien Messstellen an drei Stellen eingerichtet worden, wo es Anwohner gibt, die sich über Staub in ihren Gärten beschwert hätten. Nur: „Was ist mit dem FFH-Gebiet Schaumburger Wald? Da ist kein Kläger, weil sich Vögel nicht beschweren können.“

Björn Brocks wollte wissen, warum das Herausfiltern von Tagesspitzen nicht möglich gewesen sei. Grundsätzlich bemängelte er, dass bei der Genehmigung der Anlage eine „Stunde Null“ hätte gemessen werden müssen, um dann nach Inbetriebnahme der Recycling-Anlage erneut zu messen und die Unterschiede festzustellen. Eine Frage, die weder das Bauamt noch der Ausschuss beantworten konnte. Solche Fragen machten nur Sinn, wenn das Gewerbeaufsichtsamt hier mit im Saal sitzen würde, so der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD).




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