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„Regioport“-Planer fassen bei Aue-Rückhalteraumausgleich Areale „flussaufwärts“ ins Auge / Bedenken geäußert

Stauraum für 35 000 Kubikmeter Wasser gesucht

Minden (bus). Die von den Neubauplänen des Containerterminals „Regioport“ verursachten Wellen reichen womöglich weiter über die niedersächsisch/nordrhein-westfälische Landesgrenze hinaus, als bislang zu vermuten stand. Im Verlauf der jüngsten Sitzung des zuständigen Planungsverbandes wurden erstmals nicht nur der Hafen Berenbusch, sondern auch weite Bereiche der Bückeburger Aue ins Spiel gebracht. Überlegungen zum sogenannten Retentionsraumausgleich, der bei der Versiegelung von Flächen zum Tragen kommt, reichten bis tief in die Bückeburger Niederung hinein.

veröffentlicht am 27.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:21 Uhr

„Im Rahmen der Masterplan-Vorstellung konnte noch nicht aufgezeigt werden, durch welche Maßnahmen der Eingriff in das gesetzlich festgesetzte Überschwemmungsgebiet ausgeglichen werden kann“, heißt es in der Tischvorlage. Und weiter: „Durch eine Abstimmung mit den beteiligten Unteren Wasserbehörden des Landkreises Schaumburg und des Kreises Minden-Lübbecke sowie unter Beteiligung eines Fachgutachters konnte nachgewiesen werden, dass der erforderliche Retentionsraumausgleich machbar ist.“ Die Machbarkeit werde im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplanes dargestellt. „Eine genaue, verbindliche Beschreibung der umzusetzenden Maßnahmen erfolgt im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes.“

Konkret geht es um rund 35 000 Kubikmeter, für die planungstechnischer Stauraum benötigt wird. Vorschlägen des Mindener Ingenieurbüros Sönnichsen & Partner zufolge sollen 15 000 Kubikmeter in einer hafennahen Flutmulde aufgefangen werden, für die restlichen 20 000 Kubikmeter sind „Maßnahmen südlich des Mittellandkanals“ vorgesehen.

Während der mündlichen Erläuterung wurde deutlich, dass auch die Flutmulde südlich des Kanals Gestalt annehmen könnte und für das übrige Wasser Areale „flussaufwärts Richtung Berenbusch und Bückeburger Niederung“ ausweisbar wären. „Idealerweise entwickelt man Flächen, die bis jetzt trocken sind“, erklärte der Berichterstatter der Versammlung.

Auf einer Karte waren zwei infrage kommende Bereiche zu erkennen, von denen der eine vom Kanal bis zum Gevattersee reichte und der zweite große Teile der Niederung umfasste. „In den Suchräumen im Verlauf der Bückeburger Aue und in der Bückeburger Niederung steht ein Flächenpotenzial zur Verfügung, in dem der Ausgleich umsetzbar ist“, legte der Experte dar. Evesens Ortsbürgermeister Horst Schwarze, der der Verbandsversammlung als Vertreter des Landkreises Schaumburg angehört, gab mit Blick auf die Rückhalteraumsuche zu bedenken, dass „die aufgezeigten Flächen schon unsere Überschwemmungsflächen“ seien. Womöglich reichten sie nicht aus.




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