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Weihnachtskonzert wird zu einem triumphalen Ereignis – Chor überzeugt durch stimmige Leistungen

Stehende Ovationen für die Märchensänger

Bückeburg (mig). Ein triumphales Weihnachtskonzert der Schaumburger Märchensänger hat am Mittwoch für stehende Ovationen in der wohl gefüllten Stadtkirche gesorgt. Die begeisterten Zuhörer gingen nach einem feierlichen Finale selig in die „stille Nacht“ hinaus. Fazit: eine stimmige Leistung auf allerhöchstem Niveau.

veröffentlicht am 21.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

Schon mit seinem festlichen Einzug (zu den Klängen der Weihnachtshymne „Hark! The Herald Angels Sing“) setzte der Chor ein erstes Ausrufezeichen. Die Sänger schritten langsam durch die Reihen der Zuhörer und gruppierten sich in Reihen vor dem Altar, wo sie unter der Leitung von Sascha Davidovic das fein ausgeleuchtete „Adventi enek“ von Zoltan Koldaly und das subtile „Otsche nasch“ von Nikolai Kedrov zu Gehör brachten.

Im Anschluss an das feierliche „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ wurden die Zuhörer vom Hausherrn Landesbischof Karl-Hinrich Manzke begrüßt. Er unterstrich, dass das Hören der Märchensänger „zur Advents- und Weihnachtszeit gehört, wie die festlich beleuchtete Innenstadt, das Eisstockschießen oder das Grützeessen für einen guten Zweck.“ Die vertrauten Lieder würden Erinnerungen an Kindertage wecken und ganz unmittelbar wirken. Man freue sich, die vertrauten Klänge in neuer Interpretation zu hören, sie auf sich wirken zu lassen und mitzusummen.

Leise mitsummen konnten die Zuhörer schon beim nächsten Lied, dem „Adeste fideles“ von John Francis Wade, das der Chor voller Innigkeit zu Gehör brachte. Einmal mehr gelang es den einzelnen Stimmen hier, zu einem großen Ganzen zu verschmelzen und so eine völlig reine Intonation herzustellen.

Dem „Adeste“ folgte die durch eine schwierige laut-leise-Dynamik geprägte „Verkündigung“ von Silcher und das scheinbar einfache „Jul, jul, strolande jul“. Einen homogenen Klangteppich schufen die Sängerinnen und Sänger bei Adolphe Adams „Cantique de Noel“, der schließlich in reinster Harmonie endete. Mit Camille Saint-Saens jubelndem – und kongenial dargereichten – „Tollite Hostias“ aus dem „Oratorio de Noel“, Op. 12 endete dieser Teil des Programms.

Gemeinsam mit Sascha Davidovic am Klavier ließ dann Levi John seine schöne Stimme im Kirchenrund erschallen. Mehr als zehn Jahre hat der amerikanische Sänger und Komponist am Broadway gewirkt. Beim traditionellen „Deck the Halls“ etwa formte er den gesungenen Text mit behutsamer Gestik nach und unterstützte so den Ausdruck in seiner geschulten, warm-timbrierten Stimme. Viel Beifall gab es beispielsweise für das jazzige „A Child is born“ von Thad Jones und das herrliche swingende „Santa Claus is Coming to Town“ von John Coots.

Ebenfalls ein Sonderlob verdiente sich Siebelt Meier, der im Mittelteil selbst einige Werke auf der Orgel zu Gehör brachte. Hier konnten vor allem das schräge „O du fröhliche“ von Andreas Hantke und das fast wie Filmmusik klingende „Wir sagen euch an den lieben Advent“ von Thomas Riegler bestens gefallen.

Den letzten Teil des Konzerts leitete der Chor mit dann mit dem leichtfüßigen „Joy to the world“ und dem wunderschönen „Dormi, dormi, bel bambino“ ein. Schlicht aber mit innerer Kraft kamen die traditionellen Lieder „Es hat sich halt eröffnet“ und „Auf dem Berge, da wehet der Wind“ daher.

Die bei Grubers „Stille Nacht, heilige Nacht“ erstrahlenden Kerzen und der gemeinsame Gesang mit dem Publikum sorgten für eine besinnliche Atmosphäre und ein wohliges Weihnachtsgefühl. Insgesamt ein wirklich beeindruckender Vortrag.

Einmal mehr glänzten die Sänger dabei mit einem homogenen Chorklang und einer präzisen Textbehandlung. Weihnachten ohne Märchensänger? Einfach unvorstellbar.




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