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Förderverein setzt auf „Leader“

Stolln: Hoffen auf EU-Geld für ein Zechenhaus

Feggendorf (nah). Mit gespannter Erwartung gehen die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bergbau im Lauenauer Heimat- und Museumsverein in die neue Besuchersaison. Zwar haben sie den ganzen Winter über im „Feggendorfer Stolln“ gearbeitet; doch seit Sonntag nehmen sie sich auch wieder die Zeit, Besucher in die ehemalige Kleinzeche zu führen. Vielleicht können sie ihnen bald noch mehr zeigen: Sie erhoffen sich Zuschüsse aus „Leader“-Mitteln für den Wiederaufbau der ehemaligen Waschkaue.

veröffentlicht am 06.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

Jetzt zog der Arbeitsgruppen-Leiter und Vorsitzende des Fördervereins der Einrichtung, Florian Garbe, Bilanz. Im abgelaufenen Jahr haben die Helfer „215 Schichten gefahren“ und dabei 67 Meter Stollenstrecken hergerichtet. 15 Meter wurden neu angelegt, weitere 52 Meter in der durch den Höhenzug führenden sogenannten Grundstrecke sowie in der Wetterrösche Jägerweg wieder zugänglich gemacht. Im Kreuzungsbereich der Stollenzuwegung zur Grundstrecke konnte ein Schienenkreuz für die Loren samt Weiche angelegt werden.

Rundweg bald wieder möglich

Garbe berichtete, dass die neu begonnene Abbaustrecke, die durch ein Kohleflöz führt, in absehbarer Zeit einen Rundweg erlauben soll. Da dieser nur in gebückter Haltung und mit entsprechender Ausrüstung zu begehen sein wird, hält er den Neubau eines Zechenhauses für immer dringlicher. Hier besteht begründete Hoffnung auf einen öffentlichen Zuschuss.

Bereits in 2008 konnten Mittel der EU und der Samtgemeinde Rodenberg verwendet werden, um den Weg vom Waldrand zum Stollen zu sanieren. Die Gräben wurden hergestellt; der Oberbau erneuert. Auch der Stollenvorplatz sowie der Zechenplatz am „Neuen Stollen“ haben einen festen Untergrund erhalten. Die Ausrüstung der Stollenmannschaft wurde ebenfalls weiter vervollkommnet. Nachdem ein Kompressor gestiftet worden war, hat der Förderverein 4000 Euro für die Installation einer Druckluftanlage im Stollen aufgewandt. Seither ist ein effektiveres Arbeiten möglich.

Das Kleinenbremer Bergwerk Wohlverwahrt hat eine komplette Lampenstubenausrüstung übergeben. Dazu zählen 80 historisch wertvolle Kopflampen sowie eine komplette Autoladung mit Ersatzteilen. Das Unternehmen stiftete ferner Pressluftbohrer, Abbauhämmer und drei Förderwagen. Ein Hamelner Unternehmen konnte fünf Drehscheiben für den Lagerplatz abgeben. Der Förderverein griff ein weiteres Mal in seine Kasse, um drei Transportloren zu kaufen.

Helfer bilden sich weiter

Garbe berichtete, dass im vergangenen Jahr rund 3500 Besucher registriert werden konnten. In der Sommersaison wurden an jedem Sonntag drei bis vier Gruppen geführt. Weitere 120 Gruppen kamen zu gesondert vereinbarten Terminen. Trotzdem haben sich die Helfer Zeit genommen, für die eigene Weiterbildung zu sorgen: Sie besuchten unter anderem das Lehrbergwerk in St. Andreasberg, das Gruben- und Feldbahnmuseum in Witten und die Grube Wohlverwahrt in Kleinenbremen. Enge Kontakte bestehen des Weiteren zum Klosterstollen in Barsinghausen.

Das „Stollnfest“ beginnt am Donnerstag, 21. Mai, um 10.30 Uhr. Für den 9. August ist ein Stollengottesdienst mit anschließender Bewirtung vorgesehen. Der „Tag des aktiven Bergwerks“ am Sonntag, 27. September, wird die Saison beschließen.




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