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Neubaudebatte im Kreistag

Streit um IGS-Holzfassade: Sasse (WGS) befürchtet „Angstpsychosen“

RINTELN/LANDKREIS. Die geplante neue IGS in Rinteln soll in Holzbauweise errichtet werden – und zwar inklusive einer Holzfassade. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung mit 35 Ja-Stimmen bei elf Enthaltungen die Verwaltung beauftragt, mit den entsprechenden Planungen fortzufahren.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 16:12 Uhr
aktualisiert am 07.12.2017 um 17:20 Uhr

Die für den IGS-Neubau in Rinteln vorgesehene Holzfassade ist seit Längerem umstritten. Repro: jak

Autor:

Stefan Rothe
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Im Kreisparlament bestand im Grundsatz uneingeschränkte Einigkeit, dass die IGS in Holzbauweise errichtet werden soll. Streit entfachte sich allerdings am nicht unwesentlichen Detail der Fassade. Vor allem die WGS, aber auch Teile der CDU- und der AfDFraktion äußerten erhebliche Skepsis, ob eine Holzfassade die richtige Wahl ist.

So warnte Heinrich Sasse (WGS) vor der „Gefahr der Verwitterung und des Schimmelbefalls“. Zudem verfärbe sich eine Holzfassade langfristig in die Farbtöne Grau oder Schwarz. Dabei verwies er auf Erfahrungen mit bestehenden Holzbauten. Das düstere Erscheinungsbild könne bei Schülern und Lehrern dann „Angstpsychosen auslösen“, warnte Sasse. Zudem sei mit einem hohen Erhaltungsaufwand zu rechnen. Insgesamt sei eine Holzfassade „ein Risikofaktor“. Sasse betonte aber ausdrücklich, dass er und die WGS nicht an sich gegen die Holzbauweise sind: „Der Planentwurf ist fantastisch, das Innenleben ist toll, es geht uns nur um die Fassade“.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gunter Feuerbach berichtete, auch seine Fraktion sei „im Grundsatz damit einverstanden dass wir in Holz bauen“. Für Teile seiner Fraktion stelle sich aber die Frage, „ob wir uns eine kritische Holzfassade an den Hals hängen sollen“. Insofern würden die CDU-Abgeordneten uneinheitlich abstimmen.

Thomas Kock vom mit den Planungen beauftragten Büro „Benz + Kock Architekten“ (Stuttgart) teilte mit, durch entsprechende Maßnahmen könnten die erwähnten Risiken vermieden werden. So werde die Fassade erst in einer gewissen Höhe beginnen, um die Aufnahme von Feuchtigkeit zu verhindern. Dachüberstände und Weiteres würden dafür sorgen, dass nicht überall Verfärbungen auftreten.

Manfred Spenner sang namens der SPD ein uneingeschränktes Loblied auf die Holzbauweise. Dies beinhaltete auch das Vertrauen in eine „robuste, widerstandsfähige Fassade“. Michael Dombrowski (Grüne) bekundete, „eine fachgerecht gebaute Holzfassade hat keine Nachteile“. Gegen eine mögliche Holzverfärbung habe er gar nichts einzuwenden: „Auch Grau kann schön sein.“ Margot Zedlitz (AfD) gab zu Protokoll, sie habe „keine Bedenken gegen eine Holzfassade“, in ihrer Fraktion gebe es aber auch andere Stimmen. „Keinen Grund, von der kompletten Holzbauweise Abstand zu nehmen“, sah Richard Wilmers (WIR).

Ein Antrag Sasses, auf die Holzfassade zu verzichten, wurde mit 12:30 Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt. Anschließend erfolgte die eingangs genannte Beschlussfassung zugunsten der aufgenommenen Planungen im Sinne einer kompletten Holzbauweise.

Die Vorplanungsphase soll im Februar 2018 abgeschlossen sein. Der Bauantrag soll nach gegenwärtiger Planung im kommenden Oktober gestellt werden.

Der Baubeginn ist für Mai 2019 terminiert, die Fertigstellung für Ende 2020.

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