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Kosten für Elektrizität und Kraftstoffe belasten Aktivitäten der Bückeburger Hilfsorganisation

Strom- und Spritpreise beunruhigen Tafel

Bückeburg (bus). Bei der Bückeburger Tafel wächst die Sorge, der enormen Kosten für Elektrizität und Kraftstoffe nicht mehr Herr bleiben zu können. „Hier fallen mittlerweile pro Monat jeweils mehr als 600 Euro an“, legten Vorsitzender Heinrich Heitmann und Schatzmeister Arno Franke während eines Jahresabschlussgesprächs dar.

veröffentlicht am 31.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

Der Strom werde überwiegend für die Kühlaggregate der Hilfseinrichtung benötigt, Benzin und Diesel seien für den Transport der Waren unerlässlich. Überdies gestalte sich die Situation zunehmend schwieriger, weil die Höhe der freiwilligen Zuwendungen zurückgehe. Heitmann und Franke: „Die Spendenbereitschaft hält nicht Schritt mit den von uns zu bewältigenden Herausforderungen.“

Dabei werden die Versorgungsdienste der Tafel nach wie vor sehr stark nachgefragt. Im Mittel des zu Ende gehenden Jahres verbuchte die Statistik Monat für Monat weit mehr als 800 Familien, die im Gebäude Dammstraße 11 mit Lebensmitteln versorgt wurden. Im zurückliegenden November waren es 872 Familien mit 1401 Erwachsenen und 922 Kindern. Im Rekordmonat März verzeichneten die rund 40 ehrenamtlich und ohne öffentliche Unterstützung agierenden Mitarbeiter 933 Familien mit 1478 Erwachsenen und 944 Kindern.

Die Kunden kommen aus Minden (im November dieses Jahres 13 Prozent), Rinteln (zehn Prozent), Bad Eilsen (neun Prozent), Porta Westfalica (acht Prozent), Obernkirchen (sieben Prozent), Petershagen (drei Prozent), Stadthagen (zwei Prozent) sowie natürlich aus Bückeburg (44 Prozent). Bei Betrachtung der absoluten Zahlen für die Ex-Residenz machten die Berichterstatter darauf aufmerksam, dass die Zahl dieser Kunden eigentlich größer sein müsste. Allgemeine Erhebungen wiesen aus, dass durchschnittlich etwa vier Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebten. „Danach könnten wesentlich mehr Bückeburger unser Angebot in Anspruch nehmen“, erläuterten Vorsitzender und Schatzmeister.

Zudem sei ein zwar langsames aber beständiges Anwachsen der sogenannten Altersarmut festzustellen. Der Prozentwert der von der Tafel versorgten Rentner stieg von 13,85 (2008) über 14,32 (2009), 14,26 (2010) und 15,72 (2011) auf aktuell 16,23 Prozent. In diesem Kreis wären vermehrt frühere Selbstständige zu finden, heißt es.

Erfreulich gestaltet sich unterdessen weiterhin die Zusammenarbeit mit den Lebensmittellieferanten. Mit einer Ausnahme – „all die anderen verhalten sich vorbildlich“, betonten Heitmann und Franke – sei den Kooperationen durch die Bank das Prädikat „mustergültig“ beizumessen. Allerdings bringe die Bewältigung des Warenstromes mitunter beträchtliche logistische Herausforderungen mit sich. Zumal die Bückeburger mit vielen befreundeten Tafeln zusammenarbeite, was wiederum weite Transportwege und hohe Kraftstoffkosten nach sich ziehe. Die Ausgaben für Strom und Sprit haben unter anderem dazu geführt, dass die Hilfseinrichtung in diesem Jahr auf die Organisation vorweihnachtlicher Sonderaktionen verzichtet hat.

Schön: Augenarzt Dr. Walter Hagel hat der Bückeburger Tafel 500 Euro gespendet. Ebenfalls in der Rubrik „erfreulich“ verbuchten Vorsitzender und Schatzmeister die Tatsache, dass die Tafel in diesem Jahr selbst Geschenke erhalten hat. „Ehemalige Bedürftige, die aus der Armut herausgefunden haben, stellten uns knapp vier Dutzend Pakete zur Verfügung, die wir an unsere Kundschaft weiterreichen können.“ Auch im Spendenbereich sei ein positives Ereignis zu vermerken. Jüngst habe die Zentrale der Fränkischen Isolierrohrwerke Gebrüder Kirchner GmbH 500 Euro auf das Tafelkonto überwiesen. Heitmann und Franke: „Es wäre wünschenswert, wenn diese Spende auch als Aufruf für andere Unternehmen gesehen würde.“

Heinrich Heitmann (links) und Arno Franke nehmen die aktuellen Statistiken der Bückeburger Tafel in Augenschein.

Foto: bus




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