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Automobil-Zulieferbetrieb weiter auf Wachstumskurs

Stüken investiert in Rinteln 16 Millionen Euro

RINTELN. Eine 16-Millionen-Euro-Investition verlangt nach einem würdigen Spatenstich. Doch was tun, wenn bei minus zehn Grad Celsius der Boden keinen Millimeter nachgeben will? Bei Stüken weiß man sich zu helfen: Ein aufgeschütteter Haufen Sand sorgt für das richtige Foto.

veröffentlicht am 28.02.2018 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 18:20 Uhr

So soll die neue Logistikhalle von Stüken aussehen. grafik: Stüken

Autor:

Jakob Gokl und Niklas Könner

Für die Weserstadt ist der Anbau seines größten Arbeitgebers ein Grund zur Freude: Sichert er doch auf Jahre hin die insgesamt 850 Arbeitsplätze. Denn genau diese sind es, die das international aufgestellte Unternehmen mit einem Umsatz in Höhe von 187 Millionen Euro weiter in Rinteln halten.

Zusammen mit Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer, Landrat Jörg Farr sowie Architekten und Bauunternehmern hat die Geschäftsführung der Firma Stüken gestern Mittag den Startschuss zum Bau einer neuen Logistikhalle am Werk in der Nordstadt gegeben. Der Neubau ist dabei nur ein Teil der Großinvestition des Unternehmens von rund 16 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung des Produktionsstandortes an der Alten Todenmanner Straße.

Eine Hälfte der Gelder ist für die Errichtung des neuen Logistikgebäudes verplant, die anderen 8 Millionen Euro fließen in die Neustrukturierung und Verbesserung der innerbetrieblichen Produktion und Logistikabläufe. Bis zum Frühjahr 2019 soll die neue Halle fertiggestellt sein und spätestens 2021 der Betrieb dort aufgenommen werden.

Nils Petersohn (v. l.) , Dr.-Ing. Uwe Krismann (Geschäftsführer Stüken), Dr. Hubert Schmidt (Geschäftsführer Stüken), Bürgermeister Thomas Priemer, Gesellschafterin Annette Wohlert, Architekt Florian Brandstetter, Landrat Jörg Farr, Bauunternehmer Ol
  • Nils Petersohn (v. l.) , Dr.-Ing. Uwe Krismann (Geschäftsführer Stüken), Dr. Hubert Schmidt (Geschäftsführer Stüken), Bürgermeister Thomas Priemer, Gesellschafterin Annette Wohlert, Architekt Florian Brandstetter, Landrat Jörg Farr, Bauunternehmer Oliver Isenbart und Gesellschafter Phillipp Wohlert setzen zum Spatenstich an. Foto: nk

Waren und Material, die bisher an verschiedenen Stellen im Werk gelagert wurden, sollen nun an einem zentralen Standort mit einem High-Tech-Lagersystem untergebracht werden. Wichtiger Nebeneffekt: Dadurch wird viel Platz in den bestehenden Hallen des Unternehmens frei, der für die Produktion genutzt werden kann. Denn der Automobilzulieferer Stüken befindet sich trotz der schwierigen Situation der Autobranche weiter auf Wachstumskurs.

„Bei immer komplexeren Prozessen und neuen Anforderungen müssen wir flexibler werden und schneller reagieren können“, sagt Geschäftsführer Dr. Hubert Schmidt. Mit 248 Metallpressen und fast 14 000 Tonnen verarbeiteten Materials pro Jahr steht Stüken vor der Herausforderung einer anspruchsvollen Logistik.

Die 140 Meter lange Halle mit einer Nutzfläche von 5000 Quadratmetern soll dafür eine innovative Lösung bieten. Das „Herzstück des Neubaus“, wie der technische Geschäftsführer Dr. Uwe Krismann es nennt, wird ein voll automatisiertes Lagersystem mit 36 000 Stellplätzen für Warenkisten. Computergesteuerte Shuttles transportieren die Produkte entlang des acht Meter hohen Regallagers zu den jeweiligen Verarbeitungsschritten. Sechs sogenannte „Heber“ übernehmen die Förderung zwischen den Etagen. In der oberen Ebene findet das besagte Regallager Platz, im Untergeschoss werden die ebenfalls automatisierten Arbeitsschritte des Wiegens, Etikettierens, Verschließens sowie Palettierens abgewickelt.

Das Lagersystem greife die Grundsätze von Industrie 4.0 auf und stellt sicher, dass „die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge zur Verfügung steht“, erläutert Krismann die Hintergründe. Wo jetzt also noch Gabelstapler einzelne Paletten von A nach B bringen müssen, soll zukünftig in der Logistikhalle der Computer diese Arbeiten übernehmen. Zudem werden mit der Inbetriebnahme der Logistikhalle die Transportwege für die Metallproduktion sowie die Laufwege für die Mitarbeiter verkürzt, wodurch „das Werk nachhaltig exzellent aufgestellt wird“, so Krismann.

Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit wird in dem Neubau eine aufwendige Brandschutzanlage installiert. Neben unzähligen Sprinklern, die an der gesamten Hallendecke angebracht werden, wird eigens ein Wasservorratsbehälter mit einem Füllvermögen von 1000 Kubikmetern Löschwasser gebaut. „Bei der Größe würde es sich schon als Schwimmbad eignen“, merkt Krismann an.

Geschäftsführer Dr. Schmidt sieht in der Investition in die Zukunftsfähigkeit des Werkes ein „klares Bekenntnis zur Stadt Rinteln“. Hauptgrund für den Ausbau am Hauptsitz des Werkes, statt in China, Tschechien oder den USA, wo Tochterbetriebe sitzen, seien die „hoch qualifizierten und mit viel Know-how ausgestatteten Mitarbeiter in Deutschland“. Trotz einiger Schwierigkeiten mit dem weltweiten Export aufgrund des zunehmenden Protektionismus in der globalen Wirtschaft wolle man mithilfe solcher Ausbauten den Standort in Deutschland wettbewerbsfähig halten, erklärt Schmidt weiter.

Sein Dank zur Möglichkeit der Umsetzung des Bauprojekts galt insbesondere dem aufgestellten Planungsteam, das die strukturellen und baulichen Vorhaben entwickelt hat. Darüber hinaus bedankte er sich auch bei Bürgermeister Thomas Priemer, dass die Stadt sich während der Bauphase um die Verkehrsumleitungen kümmert, damit der Verkehrsfluss an der Alten Todenmanner Straße nicht beeinträchtigt wird. Priemer wiederum lobte die Geschäftsleitung für ihr „Treuebekenntnis zu Rinteln“.




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