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Schaumburger Jugendchor beschert Ungewöhnliches / Weihnachtskonzert inspiriert von der Amerika-Tournee

Swingende Christfest-Töne verbreiten viel gute Laune

Bückeburg. Und, wie war das Weihnachtskonzert? So richtig weiß man das erst auf dem Heimweg. Schlendert man heiteren Herzens durch die Nacht, dann muss es ansprechend gewesen sein. In etwa wie der Abend, der dem Schaumburger Jugendchor am Samstag im ausverkauften Palais geglückt ist. Dirigent Andreas Mattersteig hatte für sein prima disponiertes Team ein in Dia-Impressionen eingebettetes, von der erfolgreichen Tournee durch die USA und Kanada geprägtes Programm zusammengestellt, das den Zuhörern swingende Christfest-Töne - "Jingle all the way" anstatt "Stille Nacht" - und vieles Ungewöhnliche mehr bescherte.

veröffentlicht am 11.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

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Mit Esprit, fein abgestimmt im Wechsel zwischen Sentiment und Rhythmik, tauchten die Mädchen und Jungen ihren Vortragsreigen in milde, warme, wärmende und auch heiße Lichter. Facettenreichtum, wohllautende Stimmfülle und eine prononcierte Deklamation verstärkten den Genuss. Mit diesem Potential und der kompetenten Pianistin Vera Spindel im Rücken, ging die solistisch unterstützte Garde auf ihrer folgenreichen musikalischen Reise Hammarströms "Kyrie eleison" und Telemanns "Jauchzet ihr Himmel" genauso unerschrocken an wie Viernes kniffliges "Agnus Dei", das heitere "Baba Yetu" der "Black Voices", das bezwingende "Ave Maria" und den "Fröhlichen Wandersmann". Für Würzesorgte auch der Kinderchor von Karina Seefeldt mit deutschen Weihnachtsliedern. Luftig-federnd und bemerkenswert geschlossen präsentierte der Hauptchor später in typisch amerikanischen Wohlklang getauchte Weisen wie "River in judea", "Canada in springtime" und Benny Goodmans in die Beine ziehendes "Stampin at the Savoy". Verflochtene Vielstimmigkeit wurde zum Kinderspiel, leicht, aber nie leichtfertig. Vokale Gechliffenheit machten sich schließlich im flotten "Celebrate Hannukok" und dem nicht minder animierenden "The most wonderfull time" breit. Von groteskem Humor geprägt war der lautmalerisch servierte "Geschenke-Mix", bei dem Sprecher Matthias Brand und die Formation phantasievoll demonstrierten, dass allzu obskure Gaben an den Liebsten in einer einstweiligen Verfügung anstatt in einer Ehe münden können.




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