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Umweltschaden in Altenhagen II durch umgekippten Kanister / Verursacher muss haften

Tagelang sickert Heizöl vor sich hin

Altenhagen II (nah). Heizöl aus einem umgekippten Kanister hat am Ortsrand von Altenhagen II Boden und Oberflächenwasser in großem Ausmaß verunreinigt. Nach einem ersten Feuerwehreinsatz am Sonntagabend wurde am Montag zunächst die Herkunft der umweltgefährdenden Flüssigkeit erforscht. Am gestrigen Dienstag folgten erste Maßnahmen zur Schadensbeseitigung. Inzwischen hat die Polizei klären können, wie es zu dem Vorfall kam: Ein Heizölkanister war umgekippt – allerdings schon am vergangenen Freitag.

veröffentlicht am 26.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:22 Uhr

Ein aufmerksamer Spaziergänger hatte am Sonntagnachmittag die örtliche Feuerwehr darauf aufmerksam gemacht, dass sich entlang der Straße Im Unterdorf Ölgestank von einem Graben ausbreite. Auf der Wasseroberfläche seien eindeutig schillernde Schlieren erkennbar. Daraufhin setzten die Einsatzkräfte noch vor dem Einlauf in den Altenhäger Bach eine Ölsperre, öffneten Kanaldeckel und suchten bis in den späten Abend vergeblich die Ursache für den Vorfall. Vertreter von Polizei, Samtgemeindeverwaltung und Unterer Wasserbehörde des Landkreises trafen ebenfalls ein.

Am Montag konnte die Herkunft des Heizöls eingegrenzt werden. Aus einem Hanggrundstück, das über einen Stichweg von der Straße Kreuzbreite zugänglich ist, sickerte die Flüssigkeit in einen Wasser führenden Graben. Sofort wurden weitere Ölsperren angelegt.

Die fragliche Fläche, die im Bebauungsplan für einen Kinderspielplatz vorgehalten wird, gehört der Gemeinde Messenkamp. Ein direkter Nachbar nutze jedoch nach Auskunft des stellvertretenden Gemeindedirektors Jörg Döpke „in Absprache und ohne formellen Vertrag“ das Areal. Bäume sind gepflanzt, Brennholz und Paletten gelagert, eine kleine Steintreppe ist angelegt, der Rasen gepflegt. Doch statt des Rasens gähnte bereits am gestrigen Nachmittag auf dem Grundstück ein breites Loch.

Ölsperren am Graben.

Auf einer Fläche von rund hundert Quadratmetern waren zu diesem Zeitpunkt 20 Kubikmeter Boden ausgehoben. Ob die Arbeiten eines Pohler Unternehmens weiter fortgesetzt werden müssen, wird die Untere Wasserbehörde am heutigen Mittwoch nach dem dann noch vorhandenen Grad der Verunreinigung entscheiden.

Während beim Landkreis Schaumburg noch Vermutungen über die mögliche ausgetretene Menge angestellt wurden, die Baudezernent Fritz Klebe zunächst mit „mehr als einem Autotank“ umschrieb, konnte das Nenndorfer Polizeikommissariat den Fall klären. Danach steht fest: Dem Grundstücksnutzer war ein voller Heizölkanister umgekippt. Dabei sind vermutlich rund 20 Liter der umweltgefährdenden Flüssigkeit ausgelaufen. Allerdings ereignete sich der Vorfall schon am vergangenen Freitag. „Das hätte er sofort melden müssen“, kommentierte Polizeioberkommissar Günter Deterding das Ereignis. Auf den Verursacher kommt nicht nur der finanzielle Aufwand für den entstandenen Schaden zu. Er wird sich auch einem Ermittlungsverfahren zu stellen haben.




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