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Neuer Vorstand und neue Sparten können Mitgliederschwund bremsen

„Tal der Tränen ist durchschritten“ – SSV Auetal hat Krise überwunden

Rolfshagen (la). Unruhig ist es in den vergangenen Monaten im Schieß- und Sportverein Auetal gewesen. Verleumdungen und Gerüchte haben den Verein abwärts gezogen. „Jetzt ist das Tal der Tränen durchschritten und wir sehen positiv nach vorn“, stellte Lutz Monden während der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus Rolfshagen fest.

veröffentlicht am 01.02.2011 um 09:32 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:42 Uhr

Monden hatte im August kommissarisch den Vereinsvorsitz übernommen, als die 1. Vorsitzende Andrea Seiler ihr Amt niedergelegt hatte. Auf ihn kam jede Menge Arbeit zu, um den Verein noch zu retten. Es ist geglückt und um das „Vereinsschiff“ auch offiziell wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, und neue Vorstandsmitglieder in ihre Ämter zu heben, wurde die Jahreshauptversammlung um einen Monat vorgezogen. Nach „Aufräumarbeiten“ trat Monden selbstbewusst vor die anwesenden Mitglieder und machte seinen Anspruch auf den Vorsitz geltend. Bei zwei Gegenstimmen der 30 Stimmberechtigten bekam er die nötige Unterstützung. Aus der Versammlung ergriff Karl Harting das Wort und dankte ausdrücklich den Vorstandsmitgliedern für ihr engagiertes Verhalten in der schwierigen Phase.

Lutz Monden musste erst einmal die drohende Austrittswelle stoppen, die im vergangenen Jahr eingesetzt hatte. „Wenn unsere Mitgliederzahl unter 100 gegangen wäre, wären wir nicht mehr lebensfähig gewesen und hätten das Schützenhaus aus Kostengründen schließen müssen“, so der neue Vorsitzende, der jetzt mit 110 Mitgliedern eine Basis hat, mit der man auch ohne Beitragserhöhung auskommen kann. Allerdings seien Sparmaßnahmen unumgänglich und Sponsoren erforderlich, um die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Hoffnung macht die neue Sparte „Bogenschießen“, durch die bereits 13 Vereinszugänge zu verzeichnen sind. Mangels geeigneter Räumlichkeiten in Sporthallen oder gleichwertigen Unterkünften wird vorerst der Luftgewehrstand im Schützenhaus genutzt, um den zahlreichen Interessenten ein sportliches Betätigungsfeld zu bieten. „Im Sommer können wir dann auf den Sportplatz der TuSG ausweichen, wenn alle Anträge genehmigt sind“, so Monden weiter.

Neu ist auch eine Indoor-Boulebahn, die ab Anfang Februar im Betrieb ist. „Auch hier haben wir Werbepartner gefunden, die uns die Finanzierung von knapp 1000 Euro ermöglicht haben“. Gespielt werden soll jeden Sonntag ab 10 Uhr, bei Bedarf kann auch noch ein zusätzlicher Tag eingeplant werden. Der neue Vereinswirt Willi Brandt versprach, seine Theke auch am Sonntag zu öffnen.

Ein Wermutstropfen ist die Entscheidung, in diesem Jahr das Schützenfest ausfallen zu lassen. „Zwischen Pfingsten und den frühen Sommerferien war kein geeigneter Termin mehr frei“, so der Vorsitzende, der der Situation aber noch eine gute Seite abgewinnen kann. „So kommen wir 2012 wieder in unseren Zweijahresrhythmus und können 2014 unser 125-jähriges Vereinsjubiläum feiern.“

Ungeachtet der Vereinsprobleme können die aktiven Schützen auf ein durchaus erfolgreiches Jahr zurückblicken. Bei den Kreismeisterschaften belegten die Vorderlader-Schützen mit der Mannschaft den zweiten und Lutz Monden als Einzelschütze den ersten Platz. Einen weiteren ersten Platz gab es durch Phillip Sassenberg beim Auetal-Pokal-Schießen in der Jugendklasse.

Durch die Wahl von Lutz Monden zum Vorsitzenden wurden weitere Veränderungen im Vorstand notwendig. Der ehemalige Schriftführer Stefan Brandt wird 2. Vorsitzender, 1. Schriftführerin wird Renate Schumacher, die Lydia Held als Stellvertreterin an ihrer Seite hat. Für den scheidenden Kassenwart Michael Sperling wird Veronica Cascino die Amtsgeschäfte übernehmen. Ihr Vertreter wurde Holger Schieffer. Während Schießsportleiter Mario Cascino weiterhin im Amt verbleibt, kommt Marion Schieffer als 2. Schießsportleiterin und Spartenleiterin der Bogenschützen neu in den Vorstand. Robert Rudolf wird sich den Boulespielern annehmen. Um das Schützenhaus und all seine Belange kümmert sich weiter Norbert Monden, der mit der Unterstützung von Willi Bredemeier und anderen „Ruheständlern“ rechnen darf.

Als nächste große Veranstaltung ist der Tanz in den Mai geplant. „Das Motto sollen die fünfziger und sechziger Jahre werden“, so Lutz Monden. Ausgezeichnet mit Urkunde und Ehrennadel wurden Wolfgang Kober und Manfred Krebs, die beide seit 15 Jahren dem Verein angehören. „Allerdings ist Manfred Krebs schon seit 25 Jahren Mitglied im Deutschen Schützenbund“, so der Vorsitzende abschließend.




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