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Klavierabend mit Benjamin Wäntig

Talent beweist hohen Grad an Kunstfertigkeit

Bückeburg (mig). Mit großem Applaus honoriert wurde die mutige Entscheidung von Benjamin Wäntig, sein Programm für einen Klavierabend mit vielen modernen Stücken zu spicken. Das erste Konzert des 17-Jährigen erlebten im kleinen Saal der Musikschule Schaumburger Märchensänger e.V. rund 60 Zuhörer mit.

veröffentlicht am 14.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

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Wäntigs Klavierlehrer Nico Benadie hatte die Gäste zunächst begrüßt und ihnen dann das erste Werk - Wolfgang Amadeus Mozarts "Sonate in a-Moll" (KV 310) - kurz erläutert. Erklärungsbedürftig ist vor allem, warum Mozart die Sonate im für ihn untypischen, traurigen a-Moll geschrieben hat. Doch dafür gibt es einen guten Grund: Mozart war schon 21 Jahre alt, als er die Sonate komponierte. Er galt somit nicht mehr als Wunderkind, war in den Augen seiner ehemaligen Bewunderer auf Normalmaß geschrumpft. Der 17-jährige Wäntig spielte die drei Sätze "Allegro maestoso", "Andante cantabile con espressione" und "Presto", als könnte er sich in den unglücklichen Komponisten hineinversetzen. Vor allem der zweite Satz mit seinen empfindsamen und ausdrucksstarken Passagen gelang ihm gut. Anschließend wandte sich der Adolfinumschüler Johannes Brahms (1833-1897) und seinen "Sechs Klavierstücken, opus 118" zu. Die verschiedenen Intermezzi, eine Ballade und eine Romanze, kleine, unverbundene Stücke, die "einen Widerstreit der Gefühle" verhandeln, wie Wächtig zuvor erläuterte. Vor allem das dämonische "Intermezzo in es-Moll" - "Andante, largo e mesto" - spielte Wächtig kongenial. Dann wurde es ernst: "Vergessen Sie alles, was Sie bisher an musikalischen Begegnungen hatten", scherzte Wächtig vor der nächsten neuzeitlichen Komposition. Trotz des hohen Grads an Kunstfertigkeit, die Oliver Messiaens (1908-1992) disharmonisches "L'alouette calandrelle" aus dem "Catalogue d`oiseaux" erforderte, meisterte Wäntig das moderne Stück mit Bravour. Mit Ludwig van Beethovens "Sonate in F-Moll" endete das Konzert schließlich. Die Gäste waren begeistert und nötigten Wäntig sogar eine Zugabe ab. Der gelungene Konzertabend wird den jungen Künstler in seinem Berufswunsch sicher bestärken: Er möchte Musik studieren und Dirigent werden. Dass er die dafür nötige Disziplin besitzt, beweist er seit langem. Für das Konzert hat er die Ferien hindurch fünf bis sieben Stunden täglich geübt.




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