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Rajah Wirasekara erläutert die aktuelle Lage auf Sri Lanka

Tamil Tigers bedrohen das Schulbauprojekt aus Heeßen nicht

Heeßen/Sri Lanka (tw). Angesichts der aktuellen Unruhen auf Sri Lanka, deren Schreckensbilder derzeit durch die Medien gehen, hat der Heeßer Rajah Wirasekara mit Blick auf das aktuelle Hilfsprojekt des Fördervereins „Sahana“ (wir berichteten) der Redaktion gestern versichert, dass „unsere Projekte durch den Krieg im Norden der Insel nicht gefährdet sind“.

veröffentlicht am 05.02.2009 um 15:04 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

Der Wiederaufbau des im Frühjahr 2008 in Meeyagala (Sri Lanka) e
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Sahana ist derzeit dabei, Kindern im Dorf Meeyagala mit den Spendengeldern Schulstipendien zu ermöglichen und ein eingestürztes Schulgebäude wieder aufzubauen. Meeyagala liegt im Südosten der Insel im Bezirk Monaragala, dem wirtschaftlich ärmsten der neun Bezirke Sri Lankas.

Zu der Lage auf Sri Lanka selbst schreibt Wirasekara folgendes: „Nach mehreren Selbstmordattentaten der ,Tamil Tiger’ in der Hauptstadt Colombo und Umgebung sind heftige Kämpfe im nördlichen Teil der Insel entflammt, der von den ,Tamil Tigern’ kontrolliert wird. Die Regierungstruppen unternehmen eine Offensive gegen die von mehreren Staaten (darunter auch die EU) als eine terroristische Bewegung deklarierten ,Befreiungstiger von Tamil Eelam’ (LTTE). Dabei gerät die tamilische Zivilbevölkerung immer mehr zwischen die zwei Fronten.“

Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ werfe der LTTE brutale Übergriffe gegen die Zivilisten im Norden vor. Sie habe neue Kämpfer durch Zwangsrekrutierungen von Kindersoldaten ausgehoben: „Die LTTE behauptet, für das tamilische Volk zu kämpfen, ist aber für den Großteil der Leiden der Zivilisten im Norden verantwortlich“, habe der für Asien zuständige Direktor für „Human Rights Watch“ erklärt. Während die Rebellen immer mehr Boden an die vorrückende Armee verlören, behandelten sie das Volk, für das sie kämpften, immer schlechter. Den Angaben zufolge erhöht die LTTE den Druck auf die Zivilisten und hindert sie daran, die Gebiete unter Kontrolle der Rebellen zu verlassen.

„Daneben“, so Wirasekara, „findet an beiden Fronten auch ein Kampf des Lobbying statt, um die Gunst der Völkergemeinschaft zu erlangen. Dabei empfindet die Regierung Sri Lankas, dass die dort ansässigen westlichen Auslandsrepräsentanten mit den terroristischen Tamil Tigern sympathisieren, anstatt mit den in der Klemme sitzenden tamilischen Zivilisten, die die Regierungstruppen zur Befreiung zwingen wollen.“

Was viele Menschen nicht wüssten, ist die Tatsache, dass über 35 Prozent der gesamttamilischen Bevölkerung mit den anderen ethnischen Gruppen außerhalb der von den Rebellen kontrollierten Gebiete friedlich lebten. „Allein in der Hauptstadt Colombo“, so der Heeßer, „leben etwa zehn Prozent Tamilen, wobei gewisse Stadtteile bis zu 90 Prozent aus Tamilen bestehen – ähnlich wie in einer ,Chinatown’“.




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