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Plüschbären verkörpern die „gute alte Zeit“ – auch beim Weihnachtszauber

Teddys im Internet unverkäuflich

Bückeburg. Sie sind so etwas wie das plüschige Gesicht des Weihnachtszauber-Mottos: Wie kaum eine andere Deko-Idee verkörpern die zahlreichen Teddybären auf Ständen, Tischen und in Weihnachtsbäumen das Thema „Die gute alte Zeit“. Besonders ins Auge fallen dabei die Plüschbären im großen Festsaal sowie im Treppenhaus des Schlosses: Entdeckt haben sie Weihnachtszauber-Organisatorin Mechthild Wilke und Dr. Arno Emke auf einer Messe in Paris.

veröffentlicht am 06.12.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 00:21 Uhr

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Die flauschigen Gesellen, die fröhlich von diversen prächtig geschmückten Weihnachtsbäumen blicken, sind dabei aber nicht nur als Blickfang gedacht, sondern können auch gekauft werden – wenn auch nicht unbedingt zum Schnäppchenpreis.

Teddybären aus der edlen Stofftierschmiede Steiff findet man hingegen an so mancher Stelle im Winterwald. Wie ein Teddy in filigraner alter Handwerkskunst aus Mohair, Schur- und Schafwolle entsteht, das zeigt Designerin Villegas Solizar aus Bohmte täglich um 13 Uhr auf der neuen Bühne am Marsstall (zwischen Schlosstor und Remise). Dort lernen die Zuschauer nicht nur, welche Materialien und handwerkliche Vorgehensweisen für einen hochwertigen Teddy entscheidend sind, sondern auch, wie man dem Kuschelgesellen ein möglichst freundliches Äußeres verleiht: „Am wichtigsten sind dabei die Augen“, erklärt die Bären-Designerin. „Je kleiner die Augen, desto ernster wirkt der Teddy. Mit größeren Augen schaut er freundlicher.“

Von der Gestaltung der Nasenpartie hängt indes ab, ob der plüschige Meister Petz einen lachenden oder traurigen Gesichtsausdruck erhält. Ein ganz besonderes Angebot für Teddybären-Liebhaber hielten an den ersten drei Tagen des Weihnachtszaubers Elke und Andreas Weidhaas im großen Festsaal bereit: Die beiden Kuscheltierspezialisten aus dem thüringischen Ottersdorf boten unter dem Label „Traumteddy“ handgefertigte Teddybären aus echten Tierfellen an.

Entstanden ist dieses äußerst florierende Nischengeschäft, als Andreas Weidhaas nach der Wende einen Fellhandel aufkaufte und sich damit selbstständig machte. „Wir arbeiten inzwischen mit Gerbereien, Kürschnereien, Präparatoren und Reinigungsbetrieben zusammen“, erklärt der gelernte Elektromonteur sein Geschäftsmodell.

Für die Kreativität sorgt indes seine Frau Elke, im Hauptberuf Erzieherin: „Sie ist die eigentliche Künstlerin, die die Bären entwirft und gestaltet.“ Alle sind handgefertigte Unikate, nicht nur schön, sondern wirklich edel und damit eigentlich zum Spielen und Kuscheln viel zu kostbar. Eigentlich, denn es sind beileibe nicht nur Liebhaber und Sammler, die einen der exklusiven Vertreter der Marke „Traumteddy“ erwerben, sondern auch ganz „konventionelle“ Teddy-Fans. „Und wenn Männer mit ihren Kindern zu uns kommen, um einen Teddy zu kaufen, dann ist der meistens für die Väter und nicht die Kinder“, weiß Andreas Weidhaas aus Erfahrung.

Doch was ist das Verkaufsgeheimnis von Stofftieren, bei denen bereits das kleinste und günstigste über 70 Euro kostet und der Preisskala nach oben hin kaum eine Grenze gesetzt ist? „Es ist einfach das Fühlen“, erklärt der Thüringer Fellspezialist. „Bei uns kauft jemand einen Teddy nur, wenn er ihn vorher anfassen durfte.“ Zwar besitzt das Unternehmen „Traumteddy“ eine Website, aber Andreas Weidhaas gibt unumwunden zu: „Über das Internet haben wir noch keinen einzigen Teddy verkauft.“ Diese Verkäufe geschehen stattdessen auf den rund 25 Märkten und Messen, auf denen die beiden Thüringer jährlich präsent sind. Nach Russland haben Andreas und Elke Weidhaas schon Teddys verkauft, ebenso nach Puerto Rico und nach Südkorea. Und der Chef der renommierten Sektkellerei Rotkäppchen ließ sich kürzlich bereits den dritten „Traumteddy“ anfertigen. Aber nie, ohne dass der Kunde vorher auf einer der Messen am Stand von Elke und Andreas Weidhaas das Echtfell-Gefühl auf sich wirken lassen konnte.




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