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Hauptversammlung des Kulturvereins / Fürst Alexander bleibt zwei weitere Jahre Vorsitzender

Theater pfui, Klassik und die "Poetischen" hui

Bückeburg (rc). Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe ist für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden des Kulturvereins Bückeburg gewählt worden. Auf der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend wurde er einstimmig in seinem Amt bestätigt. Zur neuen zweiten Vorsitzenden wurde die bisherige Schriftführerin te Mai gewählt. Sietritt die die Nachfolge von Reinhard Fricke an, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Neue Schriftführerin wurde Ute Rohrbach, Schatzmeister bleibt Hagen Bokeloh.

veröffentlicht am 10.07.2008 um 00:00 Uhr

Auch in der abgelaufenen Spielzeit ist dem Kulturverein der Spagat zwischen gutem, anspruchsvollen Programm und der Finanzierung des Programms gelungen. Unter dem Strich musste ein Minus von lediglich 418 Euro verbucht werden. Wenn allerdings dieöffentliche Hand wie Stadt Bückeburg oder Schaumburger Landschaft Zuschüsse von insgesamt 44 100 Euro nicht gegeben oder aber ein Sponsor ein Sinfoniekonzert nicht mit 10 500 Euro gefördert hätte, wäre es um die Kultur in Bückeburg deutlich schlechter bestellt. "Der Verlust hat unsere Vermögenssituation nicht beeinträchtigt", konnte der Schatzmeister in seinem Jahresbericht feststellen, zumal der Verein mit einem beachtlichem Eigenkapital von 44 500 Euro ausgestattet ist. In der Hinterhand hat er zudem eine Geldanlage eines Gönners, von der allerdings nur die Zinsen angegriffen werden dürfen. "Diese Rücklagen sind beruhigend, wir können auch einmal ein schlechtes Jahr auffangen." Und da hatte der Kulturverein in der vergangenen Saison zu kämpfen, wie im Jahresbericht der Geschäftsführerin Johanna Harmening deutlich wurde. Vor allem die beiden Theaterstücke waren - wie im bundesweiten Trend - schlecht besucht und fuhren ein dickes Minus ein: 40 Besucher verloren sich im Rathaussaal bei "Tag der Gnade" - ein Minus von 5400 Euro; 267 kamen zur "Chorprobe"- ein Minus von 5200 Euro. Die Konsequenz für die kommende Spielzeit 2008 / 2009: Mit Ibsens "Nora" des Projektes "Fremd Sehen" des heimische Regisseurs Dirk Schmeding setzt der Kulturverein auf eine kostengünstige Produktion. Und mit Goethes "Die Leiden des jungen Werther" setzt der Kulturverein darauf, dass auch Schüler den Rathaussaalfüllen. Dazu beitragen soll auch eine engere Absprache zwischen Verein und Gymnasium Adolfinum, das künftig als festes Mitglied im Beirat des Vereins sitzen wird. Erfreulich war dagegen die Entwicklung bei den drei Sinfoniekonzerten und den drei Kammermusikabenden. Alle sechs waren entweder gut besucht oder ausverkauft und brachten musikalische Leistungen auf durchweg hohem Niveau. Absoluter Renner ist nach wie vor das Neujahrskonzert, das mit 620 Besuchern mehr als ausverkauft war und dem Verein ein Plus von 2100 Euro bescherte. Zum Vormerken: Das Neujahrskonzert 2009 findet am Sonnabend, 10. Januar, um 18 Uhr im Rathaussaal statt. Die Göttinger Symphoniker kommen. Ob der Fürst wieder einige Stücke dirigieren wird, ließ er offen. Nach wie vor absoluter Publikumsliebling sind die Poetischen Momente. Alle drei Veranstaltungen "ausverkauft" hieß es 2008. Das heißt: 2009 gibt es wieder drei Poetische Momente. Und da die Reihe fünf Jahre alt wird, wird es am 20. März 2009 die "Jubiläums-Momente" geben: bis Mitternacht und mit vielen Höhepunkten der vergangenen Jahre wie "Zebra Sommerwind", Burkhard Hausmann oder Matthias Weslowski, wie der Künstlerische Leiter der Reihe, Frank Suchland, ankündigte. Bewährt hat sich auch die Neukonzeption im Bereich des Kindertheaters, wo der Kulturverein 850 Kinder samt Eltern in die fünf Aufführungen von "Tintenherz" und "Bärenfreundschaft - Bärenstark" in den Rathaussaal locken konnte. In der neuen Saison wird es zweimal Kindertheater geben: verlegt in den November, um nicht mit der überbordenden Vorweihnachtszeit zu kollidieren. Das vorläufige Programm für die Spielzeit 2008 / 2009 umfasst insgesamt 18 Veranstaltungen. Leider nicht dabei: Matthias Riechling. Weil er den "Scheibenwischer" komplett alleine übernommen hat, geht er nicht auf Tournee, wie der Fürst, persönlicher Freund des Kabarettisten, verkündete. Schlussbemerkung der Geschäftsführerin: Der Rathaussaal müsse ein gewisses technisches Grundniveau wie etwa eine Hauslichtanlage bekommen. "Sonst können wir in Zukunft nicht mehr mit modernen Produktionen zeitgemäßer Veranstalter auftreten."




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