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Ehrenbürger Heinrich Tieste verlässt wegen Schwimmbad-Abriss die CDU

Tief verärgert ausgetreten

Hagenburg. „Ich habe es mir reiflich überlegt und bis nach der Wahl gewartet.“ Doch nun will der Hagenburger Ehrenbürger Heinrich Tieste seinen Abschied von der CDU nicht mehr länger hinauszögern. Der Mitbegründer des Ortsverbandes ist nach 45 Jahren aus der Partei ausgetreten. Tieste ist – genau wie der frühere Bürgermeister Karl-Wilhelm Möller – über den Umgang der CDU-Ratsfraktion mit dem Thema „Schwimmbad“ zutiefst verärgert.

veröffentlicht am 24.09.2013 um 18:35 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:22 Uhr

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„Ich habe sogar schon auf der Liste der CDU kandidiert, als es noch gar keinen Ortsverband gab“, erinnert sich der 79-Jährige an seine politischen Anfänge. „Überredet“ worden sei er unter anderem vom früheren Bürgermeister Wilhelm Busch. Als dieser mitten in der Wahlperiode erkrankte und starb, rückte Tieste für ihn 1967 in den Rat nach, dem er bis 2001 angehörte.

Prägend für Tieste war der Bau des Lehrschwimmbeckens, den er als Baufachmann intensiv begleitete. „Zweieinhalb Jahre haben wir jeden Sonnabend gekämpft“, berichtet Tieste aus der Zeit, als er zusammen mit seinen beiden Brüdern häufig auf der Baustelle anzutreffen war. „Viele der Helfer sind hinterher auch in die CDU eingetreten.“

„Die liegen inzwischen alle auf dem Friedhof, für sie muss ich schimpfen“, meint er nun mit Blick auf das für ihn unverständliche Verhalten eines Teils der CDU-Ratsfraktion. Tieste wirft einigen Mitgliedern vor, den Beschluss des CDU-Ortsverbandes, das Schwimmbad erhalten zu wollen, ignoriert zu haben.

In Nachbarorten, wie zum Beispiel Großenheidorn, würden zum 40-jährigen Bestehen Feste für Gebäude gefeiert, die in Eigenleistung erstellt worden seien. „In Hagenburg werden diese Bauten abgerissen.“

„Es hat den Anschein“, so formuliert er in seinem Austrittsschreiben, dass die „nicht benötigten Sanierungsmittel in die Erneuerung einer Industriestraße geflossen“ seien.

Tieste unterstreicht ausdrücklich, dass er die CDU in Hagenburg nicht „kaputtmachen“ wolle, aber bereits lange vor dem Abriss hatte das Mitglied des erweiterten Vorstandes mit dem Austritt gedroht, „falls die Bagger kommen“. Aber er wollte „anständig“ sein und erst nach der Bundestagswahl austreten. Keine 24 Stunden später packte Tieste seine Unterlagen in Hagenburg zusammen und legte sie bei der Kreisgeschäftsstelle in Stadthagen auf den Tisch. „Ich habe mich so entschieden, deshalb stehe ich auch dazu.“ Nun will der Ehrenbürger und „auch künftig treue CDU-Wähler“ erstmal „nichts mehr davon hören“ und mit seiner Frau einige Tage in den Urlaub fahren.




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