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Musikerduo „Chiaro Scuro“ aus Berlin verblüfft Schaumburger Publikum durch instrumentale Vielfalt

„Tierischer“ Konzertabend begeistert

Sülbeck (han). Mit Tieren in der Musik haben sich Johanne Braun und Gaby Bultmann auseinandergesetzt. „Vierviertelschwein und Auftakteule“ lautete der Titel des äußerst abwechslungsreichen Konzertprogramms. Die Gäste im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Sülbeck staunten über die stilistische und instrumentale Vielfalt des „tierischen“ Musikabends.

veröffentlicht am 31.10.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:42 Uhr

„Chiaro Scuro“ nennt sich das famose Duo aus Berlin, zu deutsch „Hell Dunkel“. Der Name bezieht sich auf die unterschiedlichen Klangfarben ihrer Singstimmen sowie der vielen Instrumente, die die Musikerinnen auf der Bühne spielen. Beide sammeln Musikinstrumente, Bultmanns Sammlung umfasst rund 100 Exemplare, darunter 50 Blockflöten. Die Expertinnen geben zudem Führungen im Berliner Musikinstrumenten-Museum.

Es ertönten allerlei Klangkörper wie zum Beispiel eine große Kontrabassblockflöte, Fidel, Oboe, indisches Harmonium, Gemshorn, Kazou, Riqq, Saitentamburin und „Bayrischer Saukopfpsalter“. Auch die Bandbreite der porträtierten Tiere beeindruckte. Nicht nur zwitschernde Vögel ließen ihren Ruf erhallen. „Allein mit Nachtigallen könnte man drei Konzerte füllen“, sagte Bultmann, „die Blockflötistinnen haben das bereits ein bisschen über.“ Mit von der Partie waren Fische, Spinnen, ein Mondschaf, Panther, Mops, Gazelle et cetera.

Das stilistische Spektrum reichte von traditionellen und mittelalterlichen Weisen über klassische Klänge in neuen Arrangements bis hin zu modernen Auftragskompositionen, die eigens für „Chiaro Scuro“ geschrieben wurden. „Für unsere Besetzung gibt es keine Noten, darum müssen wir uns selbst etwas einfallen lassen“, erklärte Braun. „Uns verbindet die Lust am Improvisieren und Experimentieren. Der klassische Konzertbetrieb ist uns zu steif und festgelegt.“

Die kreative Freude übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Blitzschnell wechselten Braun und Bultmann ihre Instrumente, denen sie spannende und überraschende Farben, Harmonien und Melodien entlockten. Zu Versen von Ernst Jandl und Rainer Maria Rilke wurde gekonnt improvisiert, nie versiegte der spontane Fluss der musikalischen Einfälle.

Auf gemäßigt moderne Klänge folgten klassische Werke, wie zum Beispiel ein Lied aus der Feder von Robert Schumann, dessen ursprünglichen Klavierpart die beiden Berufsmusikerinnen mutig für Saiteninstrumente und Harmonium arrangierten. Mit viel Beifall honorierte das Schaumburger Publikum den außergewöhnlichen Konzertabend.




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