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Neues von der Grover Straße: Messpegel aufgestellt / Bauarbeiten laufen auf Hochtouren / IG-Mitglieder unzufrieden

„Torf nicht trockengelegt – stand immer unter Wasser“

Rodenberg (kle). Nicht nur in der Baugrube an der Grover Straße hat sich inzwischen so einiges getan. Auch drumherum haben sich seit Ende November Veränderungen und neue Erkenntnisse ergeben.

veröffentlicht am 15.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:22 Uhr

Damals waren Landkreis, Bauherr und eine Interessengemeinschaft mehrerer Anwohner zusammengekommen, weil die IG eine ganz bestimmte Befürchtung umtreibt: Wegen der Absenkung des Grundwassers könne die für die Rodenberger Aue typische Torfschicht im Boden austrocknen und irgendwann nachsacken – samt der darauf stehenden Häuser.

Auf Empfehlung der Unteren Wasserbehörde ließ Bauherr Ralf Schubart deshalb in bestimmten Abständen um das Gelände herum sogenannte Peilbrunnen aufstellen – Messpegel, an denen sich der Grundwasserspiegel ablesen lässt, und die regelmäßig von einer Sachverständigen kontrolliert werden.

Daraus habe sich gezeigt, so Schubart, dass die Torfschicht in dem Gebiet um die Baugrube herum nicht von der Grundwasserabsenkung betroffen sei. Die Befürchtungen der IG seien demnach unbegründet. Das natürliche Grundwasserniveau liege in der betreffenden Gegend bei etwa 1,70 Meter bis zwei Meter Tiefe. In der Baugrube sei dieser Pegel zwar für die nötige Zeit auf circa 3,60 Meter abgesenkt worden, auf den umliegenden Geländen habe der Stand nie tiefer als 2,10 bis 2,30 Meter gelegen. „Torfhaltige Schichten beginnen erst zwischen 2,50 und vier Meter unter Gelände, der Torf im Untergrund wurde also nicht trockengelegt, er stand immer unter Wasser.“

Darüber hinaus hatten sich die Beteiligten Ende November darauf verständigt, dass Schubart einen Gutachter bestellt, der eine Bestandsaufnahme der umstehenden Häuser macht und bestehende Schäden wie Risse aufnimmt, um diese von möglichen neuen Schäden zu unterscheiden. Bislang habe diese Untersuchung auch nichts Negatives ergeben, so Schubart. „Zwar gab es von einer Familie immer wieder Hinweise auf neue Risse“, die Gutachterin konnte das aber nie bestätigen.

Trotz der bisherigen Verzögerungen ist geplant, das Kellergeschoss noch vor Heilig Abend fertigzubekommen, „um die angespannte Situation erst einmal zu beenden“. Die Baufirma arbeite deshalb mit Hochdruck. Bereits jetzt sei der Grundwasserspiegel auf dem Baugelände schon auf 80 Zentimeter unter Normalstandard angehoben worden, ab kommendem Freitag sollen die Pumpen wenn möglich komplett abgestellt werden.

Trotz der jüngsten Entwicklungen zeigen sich die IG-Mitglieder nicht besonders zufrieden. „Was wir erreicht haben, ist ja schon ziemlich viel“, findet unter anderem Elisabeth Stroermann – beispielsweise, dass der Sandboden in der Grube nicht „abgerüttelt“, sondern vibrationsfrei festgedrückt wurde. Ihre Hauptangst besteht aber weiter darin, dass sich die wirklich problematischen Auswirkungen der Grundwasserabsenkung erst in einigen Jahren zeigen werden. Sie stört sich außerdem daran, dass die Bestandsaufnahme der Sachverständigen nur stichprobenartig geführt wird. Einer der Messpegel sei zudem „versandet“ und bringe falsche Ergebnisse.

Das stimme so allerdings nicht, berichtigt Schubart. Am Anfang habe der Pegel tatsächlich keine verwertbaren Daten abgeliefert, wenig später habe er sich jedoch „eingependelt“. Seither zeige er den korrekten Wasserstand an.




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