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Sperrmüll verschandelt die Natur am Gevattersee

„Totale Kontrolle wird’s nicht geben“

Bückeburg/Evesen. Wer rund um den bei Evesen gelegenen Gevattersee unterwegs ist und etwas Erholung in der Natur sucht, findet dort eines mit Sicherheit auch: Müll – und zwar reichlich. Vor allem entlang des für den öffentlichen Straßenverkehr gesperrten Weges, der zwischen zwei der großen Gewässer hindurchführt und an dem das Gelände des Surfclubs Gevattersee liegt, haben Umweltfrevler ihren Haus- und Sperrmüll illegal entsorgt: angefangen bei alten Teppichresten und bituminösen Dachpappen über blaue Plastiksäcke mit unbekanntem Inhalt sowie einen Pappkarton mit gebrauchten Babywindeln und anderen Dingen bis hin zu ausrangierten Küchenmöbeln und etwa einer betagten Zimmertür.

veröffentlicht am 12.04.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 20:22 Uhr

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„Es sieht dort richtig schlimm aus, das ist keine Idylle“, bestätigt Christian Weber, der Leiter der Fürstlichen Hofkammer Bückeburg, zu deren Aufgaben unter anderem die Verwaltung des im Eigentum derer zu Schaumburg-Lippe stehenden Gevattersees gehört. Ergänzend weist er darauf hin, dass auch die Uferbereiche der Stillgewässer betroffen sind. Statt Sperrmüll seien es hier indes in der Masse gebrauchte Einweggrills und leere, zum sogar Teil zerschlagene Glasflaschen, die die Landschaft verschandeln.

Ein neues Problem ist dies alles allerdings nicht, wie Bürgermeister Reiner Brombach betont: Die illegalen Entsorgungen von Haus- und Sperrmüll im Bereich des Gevattersees seien schon seit 25 bis 30 Jahren ein „ständiges Ärgernis“, berichtet er.

Was das Aufräumen und die Abfuhr des bereits auf fürstlichem Gelände liegenden fremden Haus- und Sperrmülls durch die Fürstliche Hofkammer betrifft, bleibt Weber unverbindlich: „Da ist man immer angewiesen auf Freiwillige“, sagt er, und verweist exemplarisch („da machen schon ganz viele Leute was“) auf die alljährlichen Aufräumaktionen des Surfclubs.

Auf Nachfrage unserer Zeitung merkt Brombach hierzu jedoch an, dass zwar zunächst derjenige für die ordnungsgemäße Entsorgung des Unrates verantwortlich sei, der seinen Müll in der Natur abgeladen hat. Ist diejenige Person aber nicht greifbar, sei nach dem Gesetz der jeweilige Grundstückseigentümer für die Beseitigung des Mülls zuständig. Wobei man durchaus darüber diskutieren könne, wann seitens des Grundstückseigentümers ein konkreter Handlungsbedarf bestehe.

Stellt sich die Frage, wie die illegalen Müllablagerungen und die Verunreinigung der Uferbereiche zukünftig zu vermeiden sind: Man könne nur die Zufahrtsmöglichkeiten zu diesem Areal erschweren respektive den am Surfclub-Gelände vorbeiführenden Weg durch bauliche Maßnahmen sperren, sagt Brombach. „Aber eine totale Kontrolle wird nicht stattfinden können.“

Umso mehr appelliert er an die bislang unbekannten Verursacher, sich einmal klar zu machen, dass sie der Umwelt einen Schaden zufügen, wenn sie ihren Unrat in der Natur wild entsorgen. Hoffnung setzt er jedenfalls darauf, dass jene Zeitgenossen mit Sicherheit auch „ein Unrechtsbewusstsein“ hinsichtlich ihrer Umweltfreveleien haben.

Weber betonte diesbezüglich, man wolle wegen der Müllproblematik am Gevattersee gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung suchen.




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