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EU-Kommission will Förderung von Urlaubseinrichtungen zurückfahren / Landkreis befürchtet Jobabbau

Tourismus bleibt auf der Strecke

Landkreis. „Sehr kritisch“ in vielerlei Hinsicht und dem Tourismus in der Region abträglich sehen der Landkreis Schaumburg und die Region Hannover die Pläne der EU-Kommission, von 2014 die sogenannte „Strukturförderung für die Basisinfrastruktur“, die sogenannte EFRE-Förderung, einzustellen. Werden die Pläne verwirklicht, sind Projekte für touristische Einrichtungen wie Aussichtstürme, Wanderwege und Uferpromenaden nicht mehr förderungsfähig. „Wir sind dafür, dass weiterhin bestimmte Fördermöglichkeiten erhalten bleiben“, betont Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises Schaumburg. Anlass für den Vorstoß der EU-Kommission ist das Auslaufen der Förderperiode der Europäischen Union Ende 2013.

veröffentlicht am 31.05.2013 um 19:55 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:33 Uhr

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Für Heimann sind die Pläne auch deshalb nur schwer nachzuvollziehen, weil der Landkreis Schaumburg „in den vergangenen Jahren bestrebt war, viel umzusetzen“. Als Beispiel führt er den Radwanderweg an der Weser an. „Das Weserbergland ist eine der vier größten sogenannten Destinationen in Niedersachsen“, hebt der Pressesprecher hervor. Dieses Ergebnis unterstreiche das Potenzial der Region. Das bisher Geleistete sei ein guter Ansatz und soll weiterverfolgt werden können.

Doch nicht nur das mögliche Ende der Basisstrukturförderung sorgt im Kreishaus für Sorgen. Das gleichzeitige Ende des Leader-Förderprogramms könne den Landkreis ebenso treffen. „Dann ist man auf sich allein gestellt.“ Und dies könne vor dem Hintergrund der finanziellen Situation dem Landkreis besonders schwer zu schaffen machen. Ein zu harter Sparkurs seitens der EU-Kommissare sei daher auch eine Gefahr für Arbeitsplätze im Bereich Tourismus im Weserbergland.

Der Kreispressesprecher spricht sich stattdessen dafür aus, dass die Europäische Union in der neuen Förderperiode mit Augenmaß die Projekte unterstützt, die zu den jeweiligen Regionen und zu dem bisher Umgesetzten passen. „Es geht um Sparsamkeit und darum, eine Entwicklung zu ermöglichen.“

„Generell sehen wir den Wegfall von Fördermöglichkeiten für den Infrastrukturausbau sehr kritisch. Das betrifft nicht nur die touristische Infrastruktur, sondern auch die wirtschaftsnahe Infrastruktur“, erklärt Ulf-Birger Franz, Verkehrs- und Wirtschaftsdezernent der Region Hannover. Investitionen in die Infrastruktur sind nach seiner Einschätzung von ihrer Wirkung her zumeist nachhaltiger als einmalige Projektzuschüsse. Statt auf Unterstützung aus den EFRE-Programm will die Region Hannover sich um Mittel aus dem Fonds für die Entwicklung ländlicher Räume bemühen. „Wir werden versuchen, so viel wie möglich für die Region Hannover herauszuholen“, gibt sich Regionspressesprecherin Christina Kreutz zuversichtlich.




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