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Fürst Alexander Schirmherr des „Tag der Tracht“ in Niedersachsen

„Tracht ist lebendige Kultur“

veröffentlicht am 09.09.2016 um 15:37 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Umringt von Trachtenträgern der Bückeburger und der Lindhorster Tracht, der „Österten Dracht“, gab er Freitagmittag im Schlosshof mit der Vorsitzenden des Landes-Trachtenverbands Niedersachsen, Manuela Kretschmer, die Auftakt-Pressekonferenz zum „Tag der Tracht“, für den der Fürst die Schirmherrschaft übernommen hat. Begangen wird der Tag am Sonntag, 16. Oktober, im Kloster Loccum.

Mit dem Tag der Tracht will der Trachtenverband mit seinen angeschlossenen 133 Mitgliedsgruppen den Blick der Öffentlichkeit auf die Trachten aus Niedersachsen richten und zeigen, wie vielfältig und interessant dieses Kulturgut bis heute ist. Trachten seien nicht nur ein schöner Blickfang beim Tag der Niedersachsen oder auf örtlichen Veranstaltungen, sie erzählen dem Betrachter eine Geschichte über Trägerin und Träger, sie sind historisch überliefert und gehören zu unseren regionalen Traditionen, wie Manuela Kretschmer ausführte, die in der dunklen sonntäglichen Kirchgangstracht des Kirchspiels Lavesloh bei Nienburg gekommen war: Mit sehr viel Stoff, was in Lavesloh den Reichtum der Trägerin zeigt, und einem dick wattierten Unterrock. In Schaumburg-Lippe sind es dagegen die Stickereien, Ohrringe, Brustschilder und erst recht die Hochzeitsketten, die dem Kenner zeigen, wie reich der Bauer ist. „Jeder Ort hat seine Tradition und Kleidervorschriften. Je Prunkvoller, desto Reicher.“ Ganz wie in Schaumburg-Lippe, wo die prächtige Bückeburger Tracht sich von der Lindhorster oder Friller Tracht abhebt. Was den Fürsten zu der Vermutung verführte, dass seine Vorfahren die Steuern niedrig gehalten und „die Bauern nicht geschröpft“ haben: „Nur so eine Vermutung.“

Es gehe darum, die Tradition der Trachten zu erhalten und voranzubringen, sagte die Vorsitzende des Landesverbands, deren Stellvertreter übrigens Heinz Müller von der Trachtengruppe Apelern ist. Trachten seien ein Kulturgut der ländlichen Bevölkerung, zeigen Umstände, unter den gelebt, gefeiert, oder getrauert wurde. Trachten seien absolut weltoffen, weil mit ihr Eigenheiten bestimmter Gebiete und Länder verbunden sind und getragen werden. „Warum trägt eine islamische Frau ihren Nikab und ich meine Kirchgangstracht“, fragte Manuela Kretschmer im Hinblick auf die derzeit in Deutschland geführte Diskussion. Es sind deren – und unsere – Wurzeln. Es gehe nur darum, dass sich an unsere Werte und Normen gehalten werde.

In einigen Regionen sind die Trachtengruppen überaltert, in anderen wird hervorragende Jugendarbeit gemacht, wie die Landesvorsitzende feststellte. Seitens des Verbands sei ein Jugend-Ausschuss eingerichtet worden, der sich um die Nachwuchsarbeit kümmert. Mit Erfolg, wie diverse Auftritte zeigten.




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