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Trachten in neuen Blickwinkeln

Bückeburg. Dass die Schaumburger Tracht weitgehend aus dem Alltagsleben verschwunden ist, daran haben wir uns schon fast gewöhnt.

veröffentlicht am 28.05.2013 um 16:22 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 21:41 Uhr

Bückeburg. Dass die Schaumburger Tracht weitgehend aus dem Alltagsleben verschwunden ist, daran haben wir uns schon fast gewöhnt. Kaum ein Jugendlicher möchte in den schweren Röcken gesehen werden. Traditionelle Tracht gilt als altbacken und verstaubt. Wie es anders gehen könnte, zeigen seit fast einem Jahr Studierende der Fachrichtung Modedesign der Hochschule Hannover. Ihr Projekt „Nach Neuem Trachten“ lässt sich von der Traditions-Tracht inspirieren und gibt ihr – mit Spielzeugperlen am Korsett oder Paillettenstickerei auf Leder – ein ganz neues Gepräge. Da werden Jeansstoffe mit Häkelwerk kombiniert und eine Robe mit Krallenband und Nesselmuster. Modern und schick ist das, funktional und absolut tragbar. Oder anders gesagt: Die „neue Schaumburger Tracht“ ist keine „Oma-Kleidung“, sie ist „Couture“ für das 21. Jahrhundert, sie ist „das was getragen wird“ (alte Bedeutung des Worts traht(a)).
Unterstützt wird das Projekt von den Dozenten Prof. Glomb, Prof. Carsten Brehm (beide Modedesign) und Knut Volkmar Giebel (Fotojournalismus und Dokumentarfotografie), die sich beim Pressegespräch in den Räumen der Schaumburger Landschaft über das Engagement der Studierenden höchst erfreut zeigten. „Nachdem wir klargemacht haben, dass es nicht um die Erfindung einer Comic-Tanztrachten-Dudelei geht, sondern darum, die Tracht ernst zu nehmen, das Gefühl ihrer Wertschätzung zu transportieren, war sofort eine große Begeisterung für das Projekt da“, sagt Martina Glomb. Das Ziel sei gewesen, sich von der Tracht inspirieren zu lassen und die traditionellen Formen der Tracht mit den Anforderungen an eine zeitgemäße Bekleidung zu verbinden.