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Fall Ines K.: Gericht vernimmt Vater und Freundin des Mordopfers / Über Befangenheitsantrag noch nicht entschieden

Tragisches Ende einer Jugendliebe

Lauenau/Bückeburg. Über den 44-seitigen Befangenheitsantrag, in dem Uwe K. aus Lauenau drei der fünf Richter seines Mordprozesses als voreingenommen ablehnt, ist noch nicht entschieden. Vermutlich wird das Ergebnis am kommenden Montag bekanntgegeben, wenn die Hauptverhandlung vor dem Bückeburger Schwurgericht um 9 Uhr fortgesetzt wird.

veröffentlicht am 07.04.2016 um 15:30 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

07. April 2016 15:30 Uhr

Lauenau/Bückeburg. Über den 44-seitigen Befangenheitsantrag, in dem Uwe K. aus Lauenau drei der fünf Richter seines Mordprozesses als voreingenommen ablehnt, ist noch nicht entschieden. Vermutlich wird das Ergebnis am kommenden Montag bekanntgegeben, wenn die Hauptverhandlung vor dem Bückeburger Schwurgericht um 9 Uhr fortgesetzt wird.

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Gestern Nachmittag war zunächst noch keine Entscheidung gefallen. Kommt der Antrag von Verteidiger Dirk Baumann durch, ist der Prozess geplatzt. Abgelehnt werden drei Berufsrichter, nicht jedoch die beiden ehrenamtlichen Schöffen. Der Antrag ist die Reaktion darauf, dass das Gericht eine Haftbeschwerde der Verteidigung zurückgewiesen hatte. Am jüngsten Sitzungstag ging es über weite Strecken um die Beziehung von Uwe (45) und Ines K. (42), die bis zum gewaltsamen Tod der Ehefrau und Mutter fast 30 Jahre gehalten hatte. Vernommen hat das Gericht dazu eine langjährige Freundin der Frau sowie deren Vater (75), der vor Gericht als Nebenkläger auftritt. Er möchte, „dass die Wahrheit ans Licht kommt“.

Oberstaatsanwalt Frank Hirt geht davon aus, dass K. seiner Frau erst durch Schläge mit Holzlatten den Schädel zertrümmert hat, bevor er das noch lebende Opfer mit Mülltüten erstickte. Der Angeklagte bestreitet diese Vorwürfe und beschuldigt seine frühere Geliebte, die Bluttat begangen zu haben – allein oder mit einem Komplizen. Die Ex-Geliebte hat daraufhin ihre bisherige Aussage widerrufen, wonach sie zur Tatzeit allein auf einem Parkplatz in Bad Nenndorf war. Sie behauptet nun, aus einem Versteck im Haus gesehen zu haben, dass Uwe K. seine Frau niedergeschlagen habe.

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Wie auch immer es gewesen ist: Jener 27. Mai 2015 markiert das Ende einer Beziehung, die begonnen hatte, als beide Partner fast noch im Kindesalter waren – eine Jugendliebe. Ines soll erst 15 gewesen sein, als sie ihren zukünftigen Mann kennenlernte. „Sie waren damals ein sehr liebevolles Paar“, erinnert sich eine Freundin der Ermordeten unter Tränen. „Abwegig“ erschien ihr daher, was sich im Nachhinein auftat: Uwe K. hatte eine Geliebte. Er selbst behauptet sogar, mehrere Freundinnen gehabt zu haben und überdies regelmäßig in Bordelle gegangen zu sein.

Zum Schluss führte offenbar jeder sein eigenes Leben, verbunden durch das gemeinsame Geschäft. Andererseits hatte die Freundin den Eindruck: „Ines schien nicht unglücklich zu sein. Sie war in Lauenau angekommen.“

Das glaubt der Vater nicht. Er sagt, dass seine Tochter überlegt habe, eine Eigentumswohnung an der Ostsee zu kaufen und dort zu leben, weil ihr in Lauenau alles zu viel geworden sei. „Sie hat die Nase voll gehabt.“ Die Arbeit und Beziehungen ihres Mannes sollen ihr über den Kopf gewachsen sein. Zweieinhalb Stunden vor dem Mord soll der Vater noch einmal mit seiner Tochter telefoniert haben. Es ging um ein Familienfest am nächsten Tag. Ihre letzten Worte am Telefon kann der Vater sich bis heute nicht erklären: „Kommt nicht zu spät. Ich bin allein.“ ly