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Bigtab bekräftigt trassennahen Ausbau im Umfeld der Wilhelm-Wiedereröffnung

Trassenferne verschandelt die Porta

BÜCKEBURG/PORTA-WESTFALICA. Nach mehrjähriger Sanierungsphase wird am kommenden Sonntag das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wieder uneingeschränkt besucht werden können. Ein Festakt, den die Bigtab, die Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn in Bückeburg/Minden/Porta Westfalica, zum Anlass nimmt, einmal mehr die trassenfernen Ausbaupläne des Verkehrsministeriums aufs Korn zu nehmen.

veröffentlicht am 05.07.2018 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 05.07.2018 um 17:20 Uhr

Ein Schatten lastet auf dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, sollte das Verkehrsministerium oder die Bahn den trassenfernen Ausbau und damit die Tunnellösung durch die Porta gutheißen. Die Bigtab befürchtet dann bis zu 15 Meter hohe Brückenbauten, um die neue

„Zu den herausragenden Merkmalen dieser touristisch immer schon wichtigen, jetzt aber noch einmal enorm aufgewerteten Sehenswürdigkeit zählt die Aussicht auf das Panorama des Weserdurchbruchs zwischen Weser- und Wiehengebirge sowie den gegenüberliegenden Jakobsberg“, stellt die Bigtab in einer Presseerklärung fest: „Dieses einmalige Landschaftspanorama wird jedoch für immer zerstört werden, sollte der Plan des Bundesverkehrsministeriums für eine Neubautrasse der Bahn zwischen Bückeburg und Porta Westfalica mit einem Tunnel durch den Jakobsberg Wirklichkeit werden.“ Auch wenn der genaue Verlauf der Trasse sowie des Tunnels bislang noch nicht festgelegt sei, so steht doch „unzweifelhaft“ fest, dass die Neubautrasse nach Verlassen des Jakobsberg-Tunnels in Richtung Süden sowohl den Ortskern von Hausberge als auch die Bundesstraße 482 überqueren muss, um sich weiter südlich mit der westlich der Bundesstraße verlaufenden vorhandenen Bahnlinie zu vereinigen, und das auf eine Art und Weise, die die geplanten Zuggeschwindigkeiten von 230 Stundenkilometern ermöglicht.

Dies ist technisch nur realisierbar mit einem Brückenbauwerk von „geradezu gigantischem Ausmaß“, wie Bigtab-Sprecher Thomas Rippke feststellt. Die Bigtab gehe von mindestens 15 Meter hohen Betonstelzen vom Austrittspunkt des Jakobsberg-Tunnels den Ortskern von Hausberge sowie die vorhandenen Straßenzüge überspannt und sich rund zwei Kilometer Richtung Süden hinziehend. Wie eine solche Konstruktion aussehen könnte, könne man sich sehr gut am Beispiel der Großbrückenbauwerke innerhalb der kürzlich eröffneten ICE-Schnellfahrstrecke Berlin–München verdeutlichen.

Die Bigtab: „Ein solches Bauwerk würde das gesamte Landschaftsbild der Porta Westfalica für immer radikal verändern und nicht nur der Ökologie und der Landwirtschaft, sondern auch und gerade dem Tourismus einen ungeheuren Schaden zufügen.“ Die Bigtab appelliere daher an alle Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Fremdenverkehr, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um dieses „Irrsinnsvorhaben“ des Bundesverkehrsministeriums zu verhindern und stattdessen den dringend benötigten und von allen politischen Kräften der Region sowie der gesamten Bevölkerung klar favorisierten Ausbau der vorhandenen Bahnstrecke Minden–Hannover endlich in Angriff zu nehmen.

Der Ausbau der bestehenden Trasse vereine die Interessen von Bundesverkehrsministerium, Länder, Kommunen und Bürgern, den Engpass auf der bislang zweispurigen Strecke Hannover–Minden aufzulösen, durch die zusätzliche Gleiskapazität die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit von Personenfern- und -nahverkehr zu steigern und mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Zugleich würde der landschaftliche Status quo der Porta Westfalica völlig unangetastet bleiben, denn dort verläuft die bestehende Bahnlinie Minden–Bielefeld bereits vierspurig. Die Bigtab: „Die Porta Westfalica ist zu kostbar, um sie für acht Minuten Fahrzeitersparnis zu opfern.“rc/red




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