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Neuer Küchenchef in der „Alten Schlossküche“ / Thorsten Bock setzt auf regionale Produkte

Traumschiff macht an der Schlossgraft fest

Bückeburg (mig). Rechtzeitig zu Ostern hat „Die Alte Schlossküche“ einen neuen Küchenchef engagiert. Thorsten Bock hat schon in zahlreichen Sterne-Restaurants gearbeitet und war von 1988 bis 1992 Erster Koch auf dem Traumschiff MS Europa. Der neue Küchenmeister steht für „eine ehrliche frische Küche ohne Dosen und Pulver“ und setzt auf regionale Produkte.

veröffentlicht am 02.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 02:41 Uhr

Vom „höher, schneller, weiter“ einer bestimmten Gourmet-Küche hält Thorsten Bock nicht viel. Der „Küchen-Handwerker“ von Format kommt ganz ohne „name dropping“ und exotische Zutaten aus. „Ich muss keine Känguruh-Füße aus Australien anbieten“, sagt Bock. „Ich arbeite vor allem mit Salz, Pfeffer, Kräutern.“ Die findet der international erfahrene Küchenmeister sogar vor „seiner“ Haustür. Im Schlosspark wächst Bärlauch, hinterm Haus gibt es Maronen. Und für Wildspezialitäten ist dank der Fürstlichen Jagd ebenfalls gesorgt. Bock: „Ich will hier eine frische, saisonale Küche machen, wenn Blumenkohl dran ist, wird Blumenkohl eingekauft. Die Küche wird sich dem anpassen, was auf dem Markt saisonbedingt verfügbar ist.“

An diesen Grundsätzen orientiert sich auch die von Bock erstellte Osterkarte. Zu Karfreitag wird es die ersten Forellen geben, außerdem angeboten werden beispielsweise Räucherlachs-Pralinen und Doradenfilet. An Ostern können sich die Gäste dann bei Kalbsmedaillon (vom Grill an Himbeer-Balsamicosauce, grüne Spargelspitzen und Gratin von neuen Kartoffeln), geschmortem Lammstelz (in Rosmarin-Burgunderfond) oder Domino vom gebeizten Fjordlachs (mit mariniertem Tofu an Tatar vom roten Thunfischfilet) gütlich tun. Fisch und frischer Spargel aus der Region, Lammfleisch und Bärlauchpesto: Wer über Ostern in der Alten Schlossküche einkehrt, kann erleben, dass Gerichte auch ohne Geschmacksverstärker schmecken können. „Heute macht uns Essen manchmal krank, ich möchte Essen kochen, das gesund macht“, erklärt Bock, der zuletzt im Lippischen Hof (vier Sterne) kochte.

Was den international erfahrenen Koch nach Bückeburg gezogen hat? „Persönliche Kontakte. Auch im Lippischen ist Schloss Bückeburg ein Begriff.“

In die „Alte Schlossküche“ geholt hat den neuen Küchenmeister Pächter Dietmar Warmbrunn (auch Park-Café). Warmbrunn: „Toll, dass uns das gelungen ist, er ist ein sehr erfahrener Koch.“ Zwar sei die Lokalität am Morgen, Nachmittag und am Wochenende immer gut besucht. Für den Abend gebe es allerdings „gehäufte Nachfragen nach einer gehobenen – aber keiner abgehobenen – Küche“, erklärt Dietmar Warmbrunn die Neueinstellung. „Die Alte Schlossküche ist gut eingeschlagen, die Atmosphäre stimmt und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, jetzt gehen wir einen Schritt weiter“, freut sich auch Schlossverwalter Alexander Perl. Neben der Mittagskarte soll eine Abendkarte mit bezahlbaren Gerichten (beispielsweise gegrillte Doraden, Lammfilet) neue Akzente setzen. Ebenfalls geplant sind Events, wie etwa französische oder mexikanische Wochen. Warmbrunn: „Wir wollen uns auch bei der Landpartie oder ,Bückeburg kocht über‘ präsentieren, außerdem überlegen wir, ob wir Gerichte von der alten Speisekarte der Fürsten von 1889 anbieten.“

Dass Fürst Alexander, der häufiger in der Alten Schlossküche zu Gast ist, auch die neue Speisekarte schätzt, zeigte sich anlässlich des Probekochens. „Der Fürst und die Fürstin waren mit Herrn Bock sehr zufrieden.“




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