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Schon Herbst in vielen Waldrevieren / Experte: Keine bleibenden Schäden

Trockener Sommer stresst Bäume

Weserbergland (joa). Gelbe Blätter an vielen Baumkronen haben in diesem Jahr den Herbst in vielen Forstrevieren auf den August vorgezogen. Und Büsche und Bäume zeigen: Die Trockenheit des Sommers 2009 war extrem – teilweise zu extrem für die Natur.

veröffentlicht am 30.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:22 Uhr

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Der stellvertretende Leiter des staatlichen Forstamtes Hessisch Oldendorf, Dr. Michael Behrndt, bestätigt: „Wir hatten zu geringe Niederschläge.“

Das mache sich besonders in Revieren bemerkbar, deren geologischer Aufbau ohnehin schon problematisch sei. So zum Beispiel in oberen Hanglagen mit geringer Bodentiefe auf Fels, aber auch in staunassen Lagen, wie beispielsweise um Langenfeld. Aber auch Bäume ohne jeglichen Schattenschutz, wie beispielsweise an Waldrändern oder an durch Waldgebiete führenden Straßen sind in diesem Jahr hitzegestresst. Betroffen davon sind Laub- ebenso wie Nadelbäume.

Und noch eine weitere Besonderheit dieses Sommers macht der Forstfachmann aus Hessisch Oldendorf für das herbstliche Waldbild verantwortlich: Gab es Niederschläge, so fiel der Regen kleinräumig, teilweise nur auf Flächen von wenigen Quadratkilometern.

Ist der bunte Wald als ein aktuelles Zeichen des seit Jahren beobachteten Klimawandels zu deuten? Dr. Behrndt will das nicht ausschließen, weist aber auch darauf hin, dass es in der Vergangenheit seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer wieder Sommer gegeben hat, in denen hitzebedingt das Phänomen auftrat, in denen „Bäume früher als gewohnt Herbst machten“.

Auch wenn durch die frühe Blattverfärbung der Bäume in vielen Revieren des Weserberglands in diesem Jahr ein geringerer Zuwachs der Holzmasse zu erwarten sei, geschädigt würden die Bestände dadurch nicht, so der Forstfachmann. Die Knospenbildung sei soweit abgeschlossen, dass die Bäume im kommenden Frühjahr ganz normal ausschlagen können.

Genau zu beobachten sei jetzt in den gestressten Revieren aber, ob nicht Baumschädlinge ihre Chance nutzen, so Behrndt. Denn zu der sommerlichen Hitze komme in diesem Jahr noch eine extrem reiche Samenbildung, was die Bäume zusätzlich schwächt.

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