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Technisches Hilfswerk in Bückeburg sucht ständig neue Mitglieder / Ortsverbände unterstützen sich

Trotz Wegfalls des Ersatzdienstes einsatzfähig

Bückeburg. Der Gesetzgeber hat die für Männer geltende Pflicht, den Grundwehrdienst oder alternativ den Zivildienst abzuleisten, bis auf Weiteres ausgesetzt. Damit geht ab Sommer auch das Ende des sogenannten Ersatzdienstes einher, den die Wehrpflichtigen bei beispielsweise dem Technischen Hilfswerk (THW) absolvieren konnten.

veröffentlicht am 15.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 05:21 Uhr

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Rein zahlenmäßig treffe diese Entscheidung den THW-Gesamtverband durchaus, berichtete Ralf Kater, Zugführer beim THW-Ortsverband Bückeburg. Denn insgesamt dürften mit dem Wegbleiben der Ersatzdienstleistenden rund 30 Prozent der bislang vorhandenen Helfer wegfallen. Die Einsatzfähigkeit des THW werde darunter aber sicherlich nicht leiden, da sich die einzelnen Ortsverbände bei einer eventuellen Personalknappheit im Bedarfsfall unterstützen würden.

Für den Bückeburger Ableger sind die Auswirkungen dieser Gesetzgebung laut Kater minimal, wenn überhaupt spürbar: „Im Grund sind wir hier der Ortsverband der Zukunft“, erklärt er. Denn schon jetzt habe man nur noch ein Mitglied, das seinen vierjähigen Ersatzdienst ableistet. Alle anderen aktiven Mitglieder seien dagegen freiwillig dabei. „Der Ersatzdienst war mal ein wichtiges Element“, erinnert sich Eugen Krinke, der Ortsbeauftragte des Bückeburger THW. Vor 30 Jahren habe der Ortsverband fast nur aus Ersatzdienstleistenden bestanden, die seinerzeit noch zehn Jahre lang dabei bleiben mussten. „Die rein Freiwilligen waren eine winzige Minderheit.“ Mit der Zeit seien die Ersatzdienstleistenden dann allerdings immer weniger geworden.

„Aber das ist gut so“, resümiert er. An die Stelle der Ersatzdienstleistenden, von denen 75 bis 80 Prozent ihre Mitgliedschaft im THW nach Erfüllung ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Dienstzeit gekündigt haben, seien nämlich freiwillige Mitglieder getreten, die eine andere - sprich: stärkere - Motivation mitbringen und dementsprechend länger bei der Stange bleiben würden.

Aktuell sieht die Situation beim Ortsverband Bückeburg so aus, dass dieser derzeit knapp 40 aktive Mitglieder und rund 15 Jugendliche zählt. Die Sollstärke von 45 Aktiven werde damit zwar nicht erreicht, die Einsatzfähigkeit schränke dies jedoch nicht ein, betont Krinke.

An neue Mitglieder, die Spaß an den ehrenamtlichen Aufgaben des THW haben, ist man allerdings stets interessiert. Besondere Kenntnisse müssen die Neuen nicht mitbringen: „Wir haben schon viele Schreibtischtäter hier gehabt, die sich die handwerklichen Tätigkeiten als Ausgleich zum Beruf gesucht haben“, verrät der Ortsbeauftragte.

Zudem würden die erfahrenen Ausbilder aus den Neulingen Leistungen herauskitzeln, von denen diese oftmals gar nicht wussten, dass sie solche Fähigkeiten überhaupt haben, so Krinke.




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