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Benefizkonzert mit "Bückeburger Jägern" und "Gemischten Chor" im Kursaal erbringt 1800 Euro

Tschernobyl-Hilfe sucht Paten für 200 Familien

Bad Eilsen (mig). Nachdem der Organisator des Adventskonzerts, Friedrich Winkelhake, den Gewinner der Benefiz-Versteigerung bekannt gegeben hatte, war Pastor Reiner Rinne erst einmal baff. "In diesem Jahr wollten meine Frau und ich eigentlich nur einen ganz kleinen Weihnachtsbaum haben," erklärte er dann. Mit seinem Gebot über 111 Euro zugunsten der "Kinder von Tschernobyl" hatte sich Rinne stattdessen eine stattliche Fünf-Meter-Tanne ins Haus geholt.

veröffentlicht am 18.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Eigentlich wollte das Ehepaar Rinne in diesem Jahr auf zuviel Weihnachtsaufwand verzichten und sich an dem Kirchen-Baum erfreuen. Daraus wird wohl nichts: Der Geistliche gab bei der Charityauktion das höchste Gebot ab und wird in diesem Jahr wohl in der Diele feiern müssen: Der Baum, den die Gefährdetenhilfe Bad Eilsen für den guten Zweck gestiftet hat, ist an die fünf Meter hoch. Wirklich unglücklich wirkte Rinne allerdings nicht, schließlich geht alles Geld, das an diesem Abend gesammelt wurde, an die "Kinder von Tschernobyl". Sein Ratschlag für das nächste Jahr: "2007 sollten wir eine amerikanische Versteigerung machen, dann kommt noch mehr zusammen." Ein voller Erfolg war das Adventskonzert aber auch ohne amerikanische Verhältnisse. Im 20. Jahr des Atom-Unfalls hatten sich rund 100 Gäste im Kursaal eingefunden, um die musikalischen Darbietungen der "Bückeburger Jäger" und des "Gemischten Chores Bad Eilsen" zu hören und um zu spenden. Nach dem Kassensturz stand fest, dass insgesamt 1800 Euro voll und ganz den Hilfsbedürftigen in Weißrussland zugute kommen werden. Neben den bestehenden Hilfsprogrammen (beispielsweise Erholungsaufenthalte, Unterstützung der Schulen) sollen auch neue Projekte von dem Geldsegen profitieren. Während der Pause rief Arbeitsgemeinschafts-Mitglied Ingmar Everding deshalb zu drei neuen Spendenaktionen auf und stellte die Vorhaben in und um Swonez ausführlich vor. Konkret geht es dabei um Hilfe für finanziell schwer belastete Familien, Kinder von Alkoholikern und alleinstehende Senioren. "Wir suchen Paten für rund 200 Familien - zwei mal 50 Euro im Jahr reichen schon aus," betonte Ingmar Everding. Unterstützen kann man die "Tschernobylhilfe" aber auch, indem man Päckchen schickt oder Briefe schreibt. "Tschernobyl darf nicht vergessen werden, die Kinder sind die Brücke der Verständigung zwischen Ost und West", machte Everding deutlich. Zum Gelingen der Veranstaltung wesentlich beigetragen haben neben den Organisatoren auch die "Bückeburger Jäger" (unter der Leitung von Heiko Deterding) und der "Gemischte Chor Bad Eilsen" (Ulrike Köhler). Vor allem die "Jäger" begeisterten die Zuschauer mit einem Potpourri aus volkstümlicher Blasmusik, Weihnachtsliedern und Pop. Dirk Hasse führte die Gäste durch das abwechslungsreiche Musikprogramm. Die Musiker spielten so unterschiedliche Stücke wie den "Grenadiermarsch", den "Zigeunerbaron" und "One Moment in Time" von Whitney Houston. "Wir sollten einen Moment unserer Zeit an die Kinder denken, die unsere Hilfe brauchen," übersetzte Hasse den Schlagertext der Popdiva und forderte die Gäste auf: "Wir wollen heute Abend die Kassen klingeln lassen." Anschließend folgte dann das Highlight des musikalischen Teils: der Festmarsch zu "Tochter Zion". Mit einer lauten Fanfare schwenkt der Marsch in den Choral ein, den der Saal inbrünstig mitsang. Aber auch leichtere Kost wie "Schneewalzer" und die Musical-Melodien von Evita, Jesus Christ Superstar und Cabaret kamen beim Publikum gut an. Zum Finale schließlich traten Chor und Bläser gemeinsam auf die Bühne: Mit "Stille Nacht" und "O du fröhliche" stimmten sich alle auf Weihnachten ein.




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