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Baseballcamp nach einer Woche beendet / Positives Fazit: Von Anmeldungen förmlich überrannt worden

Turnierspiele und Dessert-Party zum Abschied

Bückeburg (jp). Mit mehreren Turnierspielen, einer Dessert-Party sowie einem abschließenden gemeinsamen Gottesdienst ist das diesjährige Baseball-Camp der evangelisch freikirchlichen Gemeinde Bückeburg zu Ende gegangen. Eine Woche lang hatten sich 144 Kinder und Jugendliche auf dem Bückeburger Dr.-Faust-Platz unter Leitung zahlreicher Trainer und Betreuer, unter anderem aus den Vereinigten Staaten, in dieser vor allem in den USA populären Sportart geübt. Dabei standen weniger der sportliche Erfolg als mehr das Gemeinschaftserleben und das Knüpfen neuer Freundschaften im Vordergrund.

veröffentlicht am 07.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 22:41 Uhr

Zum vierten Mal hatte die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Bückeburg zu dem einwöchigen Baseball-Camp eingeladen. Eine Veranstaltung, die sich nach 2008, 2009 und 2010 zum absoluten Selbstläufer entwickelt hat: „Wir sind von Anmeldungen förmlich überrannt worden, obwohl wir praktisch keine Öffentlichkeitsarbeit gemacht haben“, so Andreas Lötzer, Diakon und Pressesprecher der Gemeinde. „Als der erste Artikel über das Camp in der Zeitung erschien, waren wir schon lange ausgebucht.“

144 teilnehmende Kinder und Jugendliche, dazu rund 80 Helfer, Unterstützer und Übersetzer – mit solchen Dimensionen hat sich das Baseball-Camp mittlerweile zur echten Großveranstaltung gemausert. Und das mit internationalem Flair: Neben einer Delegation von 23 Spielern und Trainern aus der Partnergemeinde der freikirchlichen Gemeinde Bückeburg in Jacksonville, Texas, nahm diesmal auch eine zehnköpfige Gastgruppe aus Tschechien, geleitet von Missionar Mark Brunner, an dem Baseball-Camp teil. Viele Helfer durchliefen selbst als Teilnehmer das Baseball-Camp in Bückeburg und hielten so der Veranstaltung die Treue. Ein Fan des Baseball-Sports muss auch Petrus sein: Trocken, überwiegend sonnig, aber nicht zu heiß – geradezu traumhafte Bedingungen bescherte er dem Camp während der gesamten Woche. „Viel besser als beim letzten Mal“, so Andreas Lötzer. „Da war es so heiß, dass wir Wasser bereitstellen und die Kinder regelmäßig abspritzen mussten.“

Am meisten beeindruckt äußerten sich alle Betreuer und Trainer vom Teamgeist, der während der einwöchigen Veranstaltung zwischen den Teilnehmern heranwuchs. „Wie diese Kinder und Jugendliche hier in wenigen Tagen zu wirklich tollen Mannschaften zusammengewachsen sind, ist einfach faszinierend“, sind sich Andreas Lötzer und Jugenddiakonin Corinna Brockhaus einig. Für einige Teilnehmer sei das ein völlig neues Erlebnis gewesen: „Da haben manche 200 oder 300 Freunde bei Facebook, erleben hier aber das erste Mal richtige Gemeinschaft.“ Dazu habe insbesondere die Art der Motivation durch die amerikanischen Trainer beigetragen: „Die Amerikaner haben ein wirklich ganz besonderes Händchen, mit Kindern umzugehen und ihnen Selbstvertrauen, Optimismus und Zuversicht zu geben.“ So habe beispielsweise ein Junge, der aufgrund einer Armverletzung aus dem Spielgeschehen ausscheiden musste, es sich nicht nehmen lassen, sein Team jeden Tag vom Spielfeldrand aus anzufeuern.

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Diana Brockhaus vom Team der „Orioles“ am Schläger.

Zum dritten Mal war Mary Ellen Lollar mit ihrem Ehemann Chris aus Jacksonville, Texas, nach Bückeburg gereist. Die 28-Jährige ist Baseball-Spielerin aus Passion: Seit den frühesten Kindertagen ist sie mit Schläger, Glove und Softball vertraut. Bei den Turnieren der Kinder- und Teenager-Mannschaften auf dem Dr.-Faust-Platz agierte sie zumeist als Schiedsrichterin. Auch Mary Ellen Lollar zeigte sich beeindruckt von der Motivation und der Lernbereitschaft der überwiegend deutschen Camp-Teilnehmer: Die gleiche Begeisterung für den Baseball-Sport wie in den USA habe sie in Bückeburg verspürt. Daneben hat die Texanerin auch eine Leidenschaft für die Heimatstadt ihrer Gastgemeinde entwickelt: „I love Bückeburg“ bekennt sie, und dass sie immer und immer wieder hierher kommen möchte. Was hat ihr bei ihren bisherigen Besuchen hier am besten gefallen? Da fällt Mary Ellen Lollar die Antwort nicht schwer: „Das Schloss und die Pferde der Hofreitschule.“

An den spielfreien Tagen des Baseball-Camps hatten die Organisatoren für ihre ausländischen Gäste wieder ein umfangreiches Sightseeing-Programm organisiert. Neben einer Besichtigung des Bückeburger Schlosses mit englischsprachiger Führung zählte dazu auch ein Ausflug nach Hameln. Mit überraschenden Erkenntnissen für die deutschen Gastgeber: „Ich hätte nie gedacht, dass die Geschichte vom Rattenfänger von Hameln in den USA so bekannt ist“, so Andreas Lötzer. „Die kennt da drüben wirklich jeder.“

Den offiziellen Abschluss für die Kinder und Jugendlichen bildete die Siegerehrung nach den Turnierspielen am Samstag. Hierbei erhielten alle Spieler aus den Händen des stellvertretenden Bürgermeisters Horst Schwarze und Organisator Marc Strauß Urkunden und Medaillen überreicht. Anschließend hatten sich die Übersetzer noch einmal sportlich zu beweisen, als sie in einem letzten Baseball-Spiel gegen die amerikanischen Gäste anzutreten hatten. Am Abend stand im Festzelt auf dem Hof der Graf-Wilhelm-Schule eine „Dessert-Party“ auf dem Programm, bei der die amerikanischen Gäste – von Natur aus für Süßes immer zu haben – sich einmal ausgiebig an heimischem Naschwerk probieren konnten. Verabschiedet wurde die Delegation aus Jacksonville, Texas, mit einem Gottesdienst im Gemeindezentrum an der Scheier Straße, bevor es wieder Richtung Flughafen Hannover und von dort gen Heimat ging.




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