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Zu Hause beim Bürgermeisterkandidaten der CDU / Dr. Marc Lemmermann: "Kritisches Faible" für USA

Und im Flur hängt die Einladung von Bill Clinton

Rinteln. Am Treppenaufgang hängt die gerahmte Einladung zur Amtseinführung von Bill Clinton, über dem Sofa tobt in historischen Stichen der amerikanische Bürgerkrieg, in der Wohnzimmervitrine liegen Manschettenknöpfe mit der eingravierten Signatur Ronald Reagans. Dass Dr. Marc Lemmermann eine gewisse Leidenschaft für die USA und ihre Mächtigen hegt, davon erzählen lauter feine Kleinigkeiten in seinem Reihenhaus in der Rintelner Nordstadt. "Kritisches Faible" nennt er selber diese Affinität, und Ehefrau Kristin nickt, als er sagt: "Wir machen sehr gerne Urlaub in den USA, aber leben wollen wir nur in Rinteln."

veröffentlicht am 03.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

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Seit 20 Jahren ist der Bürgermeisterkandidat der CDU hier zu Hause. Geboren in Hamburg, ist er als Kind eines Berufssoldaten häufig umgezogen. Itzehoe, Köln, Roth bei Nürnberg, im Alter von elf Jahren zum ersten Mal Rinteln, dann wieder Itzehoe. Mit 19 schließlich kam Lemmermann endgültig nach Rinteln - und blieb. Auch während seiner zwölf Jahre bei der Bundeswehr oder während seines Aufbaustudiums an der George Washington University in den USA: Immer behielt er zumindest einen Zweitwohnsitz in der Stadt, deren Verwaltungschef er jetzt werden will. "Dabei hatte ich doch eigentlich immer gesagt, ich kandidiere nie...", schmunzelt er in Erinnerung an gebrochene Vorsätze aus dem Politikstudium. Dass der 38-Jährige nun doch als Herausforderer von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz antritt, begründet er mit seiner Leidenschaft für die Stadt. "Ich bin ein vehementer Kämpfer für den Standort Rinteln", sieht Lemmermann seine Aufgaben in der Unterstützung der Wirtschaft vor Ort und in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Vor allem anderen will er Rintelns Standortvorteile nach außen stärker konturieren, aktiv für die Neuansiedlung von Firmen werben: "Das ist die beste Familienförderung, die es gibt: Jobs!" Und wenn der Job stressig wird, dann ist die Familie für den selbstständigen Finanz- und Versicherungsmakler der beste Rückzugsraum. Ehefrau Kristin lernte er 1990 in deren Heimatstadt Celle kennen, während seiner Zeit bei den Heeresfliegern. Geheiratet wurde im August 1994 in Alabama, wo Lemmermanns Eltern in den Neunzigern viereinhalb Jahre langlebten. 1997 kam Sohn Conner zur Welt - am morgigen Freitag feiert der quirlige Grundschüler seinen neunten Geburtstag. Auf dem Wunschzettel ganz oben steht etwas ganz Außergewöhnliches: Am allerliebsten hätte Conner einen echten Federsitz-Sessel für Autobusse, von seiner Lieblingsfirma, dem Lemgoer Sitz-Hersteller Isringhausen. Denn schon seit frühester Kindheit hegt er eine tiefe Leidenschaft für Busse und deren Sitzsysteme, gestaltet mit Begeisterung Lego-Modelle nach eigenen Bedürfnissen um. "Conner lässt jedes Spielzeuggeschäft links liegen, wenn er nur in den Baumarkt darf", lächeln die Eltern mit leiser Bewunderung fürs technische Verständnis und handwerkliche Geschick ihres Sohnes. Ein bisschen scheint er das wohl vom Vater zu haben. Den massiven Esstisch aus dunklem Holz zum Beispiel hat Marc Lemmermann kurzerhand selber gebaut, als kein Modell aufzutreiben war, das zu denübrigen Möbeln passte. "Leider habe ich mich ein wenig bei der Beize vertan...", schmunzelt Lemmermann und schaut vom leicht dunkleren Tisch zu der Kommode und der Glasvitrine im Kolonialstil, beide ebenso aus Amerika importiert wie der große Ohrensessel, beide ebenso stumme Zeugen der Amerika-Begeisterung wie die alten Dollar-Noten oder der Säbel aus dem Bürgerkrieg. Die Freundschaften jenseits des Atlantiks (die übrigens die Einladung zur Inauguration Ceremony von Bill Clinton möglich machten) pflegt Lemmermann mit regelmäßigen Besuchen. "Einmal im Jahr bin ich drüben." Ebenso regelmäßig steht Urlaub in Dänemark an. Mutter und Sohn haben sich gerade eine Woche Urlaub in Nr. Vorupør gegönnt, Vater Marc ist wegen des Wahlkampfs in Rinteln geblieben. "Aber das ist sonst immer Erholung pur", schwärmt er von dem Strandfleckchen im Norden Dänemarks, wo die Familie schon seit Jahrzehnten Urlaub macht, "mit vier Jahren war ich selber zum ersten Mal da." Das Naturerlebnis ist dem promovierten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler - seine Doktorarbeit behandelte die Kommunalverfassungsreform in Niedersachsen - nicht nur im Urlaub am dänischen Strand oder im US-amerikanischen Yellowstone-Nationalpark wichtig. Auch zu Hause liebt Lemmermann die Nähe zur Natur: "Aus dem Haus raus, einmal links, und schon bin ich am Waldrand. Das ist eben das Schöne an Rinteln." Lesen Sie morgen: Zu Hause bei Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz.




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