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Inzwischen müssen 787 Familien das Angebot in Anspruch nehmen / Insgesamt 43 368 Versorgungen

Ungebremster Kundenanstieg bei der Tafel

Bückeburg (bus). Die Statistiken der Bückeburger Tafel lesen sich von Hauptversammlung zu Hauptversammlung beeindruckender – und erschreckender. 2008 hat die Zahl der Lebensmittelabgaben eine noch vor Jahresfrist nicht für möglich gehaltene Dimension erreicht. Während die Hilfseinrichtung für 2007 33 877 (2006: 31 013) Versorgungen bilanzierte, weist die 2008er Zusammenfassung 43 368 auf. Die dafür ehrenamtlich investierten 22 565 Arbeitsstunden der 41 Mitarbeiter entsprechen bei einem angenommenen Stundenlohn von zwölf Euro einem Gegenwert von 270 000 Euro. „Das ist mehr als aller Ehren wert“, verdeutlichte Tafel-Vorsitzender Heinrich Heitmann.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 20:21 Uhr

Viel Lob gab es darüber hinaus von Landesbischof Jürgen Johannesdotter, der die „Bürgerinitiative gegen die Resignation“ auch dafür rühmte, „dass Menschen hier nicht darauf festgelegt werden, was sie nicht haben“. Ebenfalls anerkennend beeindruckt äußerte sich der Tafel-Mitbegründer und Ehrenvorsitzende Gerhard Brunzema: „Diese Zahlen hätte ich mir im Gründungsjahr 2000 bei aller Phantasie nicht denken können.“ Brunzema hielt im Rahmen der Vorstandswahl mit ausdrücklichem Verweis aufs Protokoll fest, das Gremium sei „mit Dank“ zu entlasten.

Der einstimmig bestätigten Führungsriege gehören außer Heitmann Heinrich Rohde (stellvertretender Vorsitzender), Arno Franke (Schatzmeister) und Dieter Liese (Schriftführer) sowie die Beisitzerinnen Karin Gerstenberg und Barbara Springer an. Die Tafel-Statistik erfasste mit Stand vom 31. Dezember 2008 787 Kundenfamilien mit 2 148 Personen (darunter 852 Kinder). Die Kunden stammten aus 21 unterschiedlichen Ländern. Den größten Anteil (60 Prozent) machten deutsche Staatsangehörige, den zweitgrößten (33 Prozent) Russland-Deutsche aus. Die Abnehmer kamen aus mehr als 30 Ortschaften. Der überwiegende Teil wohnte in Bückeburg (36 Prozent). Es folgten Minden (15 Prozent), Porta Westfalica (10), Obernkirchen (6), Petershagen (5), Bad Eilsen (4) und Stadthagen (3).

„Dank hervorragender Verbindungen zum Einzelhandel und produzierendem Gewerbe in Bückeburg und im weiteren Umfeld sowie einem intensiven Warenaustausch mit anderen Tafeln verfügen wir fast immer über ein ausreichendes, oft auch reichliches Lebensmittelangebot“, erklärte Heitmann. Der Vorsitzende brachte seine Zuversicht zum Ausdruck, auch den nach wie vor ungebremsten Kundenanstieg bewältigen zu können. Von Januar bis April dieses Jahres verzeichnete die Tafel einen Zuwachs um 267 auf 2 415 Personen.

Heitmann hob in seinen Ausführung das Wirken von Hans-Jürgen Lohmann hervor. Dem EDV-Spezialisten gebühre Dank für die Installation einer in Tafelkreisen bundesweit einmaligen Datenverarbeitungssoftware, die bei der Bewältigung der Statistik hervorragende Dienste leiste. Ebenfalls bundesweiten Ausnahmecharakter besitzt die Zusammenarbeit der Bückeburger mit dem Fertigprodukthersteller „Maggi“. Das Unternehmen hat für die nahe Zukunft eine weitere Lieferung avisiert, mit der die nur mit Mühen vorstellbare Grenze von 500 mit Lebensmitteln bepackten Euro-Paletten durchbrochen werden könnte.




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