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Iris Flentje spricht beim Frühstück der Landfrauen / "Wenn er fehlt, hinterlässt das Defizite"

Vater als Vorbild: "Der erste Mann im Leben"

Obernkirchen (sig). Da haben wohl einige der anwesenden Zuhörerinnen etwas anderes erwartet. Unter der Überschrift "Der erste Mann in meinem Leben" versprachen sie sich eine vielleicht etwas pikante Plauderei aus dem "Nähkästchen" der 40-jährigen Referentin Iris Flentje aus Asendorf. Immerhin ist die Mitarbeiterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von neun und zwölf Jahren.

veröffentlicht am 20.03.2007 um 00:00 Uhr

Iris Flentje

"Diese Erwartungen habe ich ganz bewusst wecken wollen", erklärte die Vortragende beim Frühstück der Landfrauen im Restaurant "Am Sonnenbrink". Sie ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, den sie in der Zwischenzeit von ihrem Vater übernommen hat. Und genau er war dann auch der erste Mann in ihrem Leben, den sie sich in vielerlei Hinsicht zum Vorbild genommen hatte. Das heute 64-jährige Familienoberhaupt sei ein erfolgsorientierter und gesellschaftlich engagierter Mensch, zugleich aber auch ein liebevoller Vater, der stets das Wohl seiner Familie im Auge behalten habe. Es sei ihr schon wichtig gewesen, dass sie als Mädchen, das auf dem Hof mitarbeitete, mal ein Komplimentvom Vater erhalten habe. Man fördere nicht das Selbstwertgefühl eines Mädchens oder einer jungen Frau, wenn man sie wie eine Prinzessin behandelt und alle Entscheidungen abnimmt. Auch das habe ihr Vater bedacht, versicherte Iris Flentje. Er hat ihr zugleich vorgelebt, dass man sich nicht nach allen Seiten verbiegen soll, um es anderen recht zu machen. Sie selbst habe aber stets ordentlich zugepackt auf dem väterlichen Hof und freue sich noch heute über seine Anerkennung. "Er war schon prägend für mich, und wenn ein Vater fehlt oder viel abwesend ist, dann hinterlässt das deutliche Defizite, die von der Mutter nicht ausgefüllt werden können", betonte Iris Flentje. Umso erstaunlicher war danach ihre Aussage, dass sie auf der Suche nach einem Partner nicht das väterliche Vorbild als Maßstab genommen habe. Der Mann an ihrer Seite sei im Gegensatz dazu eher ein Romantiker, was sie aber durchaus als vorteilhaft empfindet - die väterlichen Eigenschaften kannte sie ja bereits alle: Sie haben ihr Leben geprägt. Zeitweilig so stark, dass sie sogar anfangs lieber ein Mann geworden wäre als eine Frau. Aber heute habe sie ihre Rolle in der Familie und in der Gesellschaft angenommen und fülle sie gern aus.

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