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„Ach, das hat schon was, das Sammeln“

Vatikan, Fußball, Kunst: Pastor Matthias Mau sammelt Briefmarken

DECKEBERGEN. „Da liegt der Vatikan“, schmunzelt Matthias Mau und zeigt auf einen kleinen Stapel Hefte und Alben auf dem Boden neben seinem Stuhl. „Den sammle ich aber nicht wegen des kirchlichen Bezuges, sondern weil ich echter Rom-Fan bin, und der Vatikan immer so tolle Marken mit römischen Motiven herausbringt.“

veröffentlicht am 26.02.2018 um 14:42 Uhr
aktualisiert am 26.02.2018 um 15:46 Uhr

So strahlt Pastor Matthias Mau, wenn man ihn auf seine Briefmarkensammlung anspricht. Foto: cm
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Autor

Claudia Masthoff Reporterin
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DECKBERGEN. „Da liegt der Vatikan“, schmunzelt Matthias Mau und zeigt auf einen kleinen Stapel Hefte und Alben auf dem Boden neben seinem Stuhl. „Den sammle ich aber nicht wegen des kirchlichen Bezuges, sondern weil ich echter Rom-Fan bin und der Vatikan immer so tolle Marken mit römischen Motiven herausbringt.“ Überhaupt trete der Pastor in ihm bei der Beschäftigung mit den Briefmarken eher in den Hintergrund. Dann komme eindeutig der Sammler zum Vorschein.

Und zwar ein überaus begeisterter und leidenschaftlicher Sammler, einer, der die Größe seiner Sammlung in Regalmetern misst. „In Regalmetern? Wie kann das sein?“ fragt sich der philatelistisch Unerfahrene, der immer noch die kleinen Steckalben seiner Kindheit vor Augen hat, wenn er an Briefmarkensammlungen denkt. Mit einem Blick ins Innere der Ordner, deren dekorative Rücken so manches Fach im Arbeitszimmer des Deckberger Pastors füllen, kommt sofort das Aha-Erlebnis. „Ein großer Teil meiner Alben sind Sondereditionen zu bestimmten Themen“, erklärt Mau und blättert in den schön gestalteten Bänden, die neben Plätzen für ausgesuchte Marken auch viel Text und Bildmaterial enthalten. „Hier geht es zum Beispiel um Berlin und den Mauerfall und der Verlag hat sogar eine Abschrift von der Rede Kennedys eingefügt“, schwärmt der Pastor. „Gerade wenn man sich für Geschichte interessiert, kann man durch diese Sondereditionen noch viel dazulernen.“ Doch Mau ist in seiner Sammeltätigkeit nicht auf Ernstes und Schwergewichtiges festgelegt. Man findet in seinen Regalen auch Editionen mit einem bunten Sammelsurium von einzelnen Themenblättern: Fußball, Autos, Künstler, alles wird hier aufgegriffen. „Apropos Künstler. Da muss ich Ihnen noch etwas zeigen“, merkt der Pastor an und greift nach einem weiteren Album. „Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nichts Neues mehr anzufangen. Aber dann kam diese Edition heraus …“ Atelier-Edition heißt der edle Band. Sein Inneres besteht aus Büttenpapier. Die Briefmarkenmotive: Kunstwerke. „Und das Bemerkenswerte daran: Es werden auch die Motive abgebildet, die zwar in der engeren Auswahl waren, aber am Ende nicht genommen wurden. Zudem ist jedes Blatt mit der Signatur des Künstlers versehen“, so der Sammler begeistert. Mit sechs Blättern im Jahr wird diese Edition langsam weiter- wachsen. Sechsmal Vorfreude und Spannung, bis die nächste Sendung vom Verlag eintrifft. Eigentlich unbezahlbar, diese kleinen Freuden des Sammlerdaseins.

„Ach, das hat schon was, das Sammeln“, bringt der Pastor seine Erfahrung auf den Punkt. „Für mich ist es sehr entspannend, ein bisschen wie Meditation, wenn ich mir abends den einen und den anderen Band aus dem Schrank hole. Briefmarken haben so eine eigene Art, von Menschen und Ereignissen zu erzählen, und ich mag es, ihren Geschichten zu lauschen.“

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