weather-image
11°
×

Ministerium nimmt Flurbereinigung der Rintelner Wiesen ins aktuelle Programm auf

Verfahren birgt viel Konfliktpotenzial: Kieslandwirte kontra Naturschützer

Rinteln (wm). Die "Rintelner Wiesen" mit einer Fläche von 840 Hektar sind jetzt als eines von 32 verbindlichen Projekten vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in das aktuelle Flurbereinigungsprogramm für 2008 bis 2012 aufgenommen worden.

veröffentlicht am 22.07.2008 um 00:00 Uhr

Ob dieses Flurbereinigungsverfahren aber tatsächlich durchgeführt wird, ist offen, denn Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz will nach der Sommerpause den Rat darüber entscheiden lassen. Zurzeit stellt die Verwaltung die notwendigen Daten zusammen, außerdem soll ein Fachmann der Behörde für Geoinformationen, Landentwicklung und Liegenschaften in Hannover die Ratsherren über das Projekt informieren. Der Rat müsse auch letztlich über das Geld für das Verfahren beschließen. Diese Vorgehensweise hat einen guten Grund: Anders als andere Flurbereinigungen birgt dieses Verfahren Konfliktpotenzial: Zum einen durch Landwirte, die potenzielles Kiesland besitzen, auf dessen Ausbeute sie noch hoffen, zum anderen durch den Naturschutzbund, der sich in einer ersten Stellungnahme bereits gegen das Verfahren ausgesprochen hat, weil er befürchtet, dass hier Hecken gerodet und landwirtschaftliche Flächen nur unter dem Aspekt maschinengerechter Bewirtschaftung zusammengelegt werden. Auch Buchholz sieht die Risiken, doch seiner Meinung nachüberwiegen die Chancen. Buchholz ist sich bewusst, dass Flurbereinigung bei Naturschützern nicht den besten Ruf hat, doch die Zeiten, in denen eine Landschaft "wie mit einer Dampfwalze platt gemacht worden ist", seien vorbei. Es gebe in einem solchen Verfahren durchaus die Möglichkeit, gezielt Gehölzstreifen neu anzupflanzen und die Flächen so zu ordnen, dass Biotope vernetzt werden können. Profitieren würde auch der Trinkwasserschutz, denn im Rahmen des Verfahrens könnten die Stadtwerke rund um die Trinkwasserbrunnen weitere Flächen erwerben. Auch die Vorbehalte der Kieslandwirte kann Buchholz nur teilweise nachvollziehen: Selbstverständlich sei Kiesland ein Aspekt, der berücksichtigt werde, als Flächen, unter denen Weserkies liegt, nicht getauscht oder unter Wert gehandelt. Ohnehin entscheide, sollte das Verfahren eingeleitet werden, eine Teilnehmergemeinschaft, in der auch die Kieslandwirte vertreten wären.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige