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Katerstimmung nach 40 Litern Wasser pro Quadratmeter / Programmangebot läuft ohne Störung

Verheißungsvoller Auftakt - bis zum Gewitter

Bückeburg. Mit einem tollen Programm, aber unter sehr durchwachsenen Wetterbedingungen hat das Mittelalterlich Spectaculum am Sonnabend seinen Auftakt genommen. Auch im 13. Veranstaltungsjahr scheinen es die Wettergötter mit der historisch-fantasievollen Großveranstaltung auf der Mausoleumswiese nicht immer gut zu meinen: Nach verheißungsvoll sonnigem Auftakt sorgte ein Gewitter mit kurzem, aber wolkenbruchartigem Regen am frühen Sonnabendabend dafür, dass Besucher und Mittelalter-Akteure bis auf die Haut durchnässt wurden und sich fast das gesamte Veranstaltungsgelände in eine Schlammwüste verwandelte.

veröffentlicht am 21.07.2008 um 00:00 Uhr

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Obgleich das Spectaculum sich bis zu dem Gewitterschauer eines durchweg sehr regen Besucherzustroms erfreuen konnte, machte sich bei den Organisatoren gelinde Katerstimmung breit: "Der Wolkenbruch hat hier bis zu 40 Liter Wasser pro Quadratmeter abgeliefert, die Bodenverhältnisse waren danach eine mittelschwere Katastrophe", meinte am Morgen des zweiten Veranstaltungstages Edwin Ball, zuständig beim Mittelalterlich Spectaculum für den Bereich Medienbetreuung. "Jetzt heißt es: Zähne zusammenbeißen und alles so schnell wie möglich wieder richten." Besonders schwierig dabei: Um dem Boden der Mausoleumswiese für die Besucher des zweiten Tages wieder begehbar zu machen, hätte es größerer Mengen Holzspäne und Rindenmulches bedurft, doch die waren in so großer Menge kurzfristig nicht lieferbar. "Und Stroh dürfen wir aufgrund einer neuen Abfallbestimmung nicht mehr benutzen", so Edwin Ball. Gelassenheit hingegen bei Künstlern und Heerlagern: "Bückeburg ohne Regen, da würde uns doch glatt etwas fehlen", meinte eine mittelalterlich Gewandete der Freien Ritterschaft zu Dortmund und Herne. "Außerdem: Im Mittelalter war es doch kaum anders, da sind Regen und Schlamm doch nur authentisch." Keinerlei Abstriche brauchten die Besucher der ersten beiden Spectaculum-Tage beim fulminanten Programmangebot zu machen. Selbst die großen Ritterturniere der Gruppe "Ars Equitandi" mussten kein einziges Mal abgesagt, nur einmal aufgrund des Regens für ein paar Minuten unterbrochen werden. Als Publikumsmagnet allererster Güte erwies sich die Band "Rapalje": Das niederländische Trio, seit Jahren auf keltische, irische und schottische Folklore spezialisiert und in diesem Jahr erstmals auf der Mausoleumswiese dabei, sorgte bei jedem seiner Auftritte für frenetische Begeisterung vor der großen Spectaculumsbühne. Seit 1997 sind die drei unter ihren Künstlernamen Dieb, Maceál und William bekannten Musiker als Band aktiv und haben in dieser Zeit mit der Gitouki sogar ein eigenes Instrument entwickelt, eine Mischung aus irischer Bouzouki und Gitarre. Auch die Newcomerband "Ira Angeli" fand bei ihren Einsätzen auf der kleinen Gauklerbühne ihr begeistertes Publikum. Beim ersten Mitternachtskonzert setzte das Spectaculum mit der Berliner Band "Cultus Ferox" auf bewährte Veteranen der Veranstaltungsreihe. Am kommenden Wochenende werden an gleicher Stelle die Publikumslieblinge "Saltatio Mortis" zu erleben sein. Einige Déjà-vu-Eindrücke dürften die Spectaculumsbesucher bei der Aufteilung des Veranstaltungsgeländes empfunden haben: Die kleine Spectaculumsbühne, zwei Jahre lang vor der Mausoleumstreppe beheimatet, hat jetzt wieder ihren alten, angestammten Platz am Eingang vom Schlosspark gefunden. Auch der Platz für das Ritterturnier ist wie bis 2005 auf dem Areal jenseits des Mausoleumswäldchens wieder weiter nach Westen gerückt. Grund für diese Änderung war laut Edwin Ball eine verbesserte Besucherführung vom durch die Hofkammer ausgebauten Großparkplatz zur Mausoleumswiese.




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