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Mehrtägige Restaurierung / Zuschuss aus Dorferneuerungsprogramm

Verjüngungskur für Busch-Denkmal

Wiedensahl. Der große Tag kann kommen, das vor dem Alten Pfarrhaus stehende und in wenigen Wochen 100 Jahre alt werdende Wilhelm-Busch-Denkmal hat die schon länger geplante Frischzellenkur bekommen. Gemeindedirektor Nathan Adam: „Wir wollten eigentlich schon viel früher damit anfangen, aber das Wetter hat uns immer einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

veröffentlicht am 10.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:22 Uhr

10. Juni 2013 00:00 Uhr

Wiedensahl. Der große Tag kann kommen, das vor dem Alten Pfarrhaus stehende und in wenigen Wochen 100 Jahre alt werdende Wilhelm-Busch-Denkmal hat die schon länger geplante Frischzellenkur bekommen. Gemeindedirektor Nathan Adam: „Wir wollten eigentlich schon viel früher damit anfangen, aber das Wetter hat uns immer einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

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Umwelteinflüsse hatten dem am 14. September 1913 eingeweihten Denkmal im Laufe der Jahre mächtig zugesetzt und es sichtbar altern lassen. Nun sind die Altersflecke verschwunden und das über sechs Meter hohe Muschelkalkdenkmal gibt ein deutlich besseres Bild als vorher ab. Auch das bronzene Bildnis des großen Künstlers, die Zigarre in der Hand und vor einem von ihm so geliebten Rosenteppich stehend, kommt jetzt wieder voll und schön zur Geltung.

Mit den mehrere Tage andauernden Restaurierungsarbeiten wurde die Firma Meier-Naturstein aus Obernkirchen beauftragt. Bevor Mitarbeiter Henry Masgaj, mit derartigen Arbeiten bestens vertraut, dem Denkmal mit einem 100 Bar starken Hochdruckreiniger zu Leibe rücken konnte, mussten zunächst die alten Fugen herausgeschnitten werden. In der kommenden Woche soll das Denkmal nach ein paar Tagen der Austrocknung neu verfugt und abschließend verfestigt werden.

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Die Arbeiten am Denkmal sind Bestandteil des Dorferneuerungsprogramms und werden dementsprechend bezuschusst. Das war vor 100 Jahren völlig anders. Damals musste erst ein großer Spendenaufruf her, um die für den Bau nötigen 9.817 Mark aufzubringen. Ohne die Spenden der in der ganzen Welt lebenden Busch-Verehrer hätte das Denkmal seinerzeit wohl kaum gebaut worden können, denn die Wiedensahler konnten mit ihrem „größten Sohn“ zu dessen Lebzeiten wenig anfangen, ließen ihre Geldbörsen entweder zu oder öffneten sie nur einen ganz kleinen Spalt.

Nachdem am 19. Januar 1908 in einer Gemeindeausschusssitzung beschlossen wurde, einen Platz für die Errichtung eines Denkmals für den gerade verstorbenen Wilhelm Busch zur Verfügung zu stellen und im Frühjahr 1910 die Arbeiten ausgeschrieben wurden, trudelten Bewerbungen von Künstlern und Architekten aus ganz Deutschland ein. Die Wahl fiel schließlich auf Professor Karl Gundelach (Planung) und Otto Lüer (Architektur), beide aus Hannover. Fünf verschiedene Modelle standen zur Debatte. Die Wahl fiel schließlich auf ein pfeilerförmiges Denkmal aus feinkörnigem Muschelkalk, das Wilhelm Busch als Halbrelief im Halbprofil überlebensgroß zeigt und oben von einer aus Pan und Eule bestehenden Gruppe krönend abgeschlossen wird.jed