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Verwaltung nicht Aufgabe von Schulleitern

Lindhorst (gus). Beim Besuch Wolfgang Jüttners in der Lindhorster Magister-Nothold-Schule (siehe Artikel unten) ist eine Diskussion zwischen dem SPD-Landtagsfraktionschef und Noch-Schulleiter Werner Stünkel entstanden. Dieser wies darauf hin, dass das Reformprojekt Eigenverantwortliche Schule die Schulleiter überbelastet.

veröffentlicht am 15.07.2008 um 00:00 Uhr

Stünkel, der 37 Jahre lang Schulleiter gewesen ist, resümierte nach einem Jahr als Chef einer Eigenverantwortlichen Schule, dass die Vorgabe, der Direktor solle in der Manier eines Geschäftsführers Aufgaben abseits des Unterrichts an Lehrerkollegen delegieren, nicht praktikabel ist. Die Pädagogen seien mit dem "Kerngeschäft Unterricht" ausgelastet und hätten keine Zeit für zusätzliche Tätigkeiten. So bleibe vieles - insbesondere Verwaltungsarbeit - am Direktor hängen. Jüttner erwiderte, dass das Problem bekannt ist. Er stehe zwar hinter dem von der niedersächsischen SPD angeschobenen Schulreform-Projekt mit dem Ziel, Schulen eigenständig operieren zu lassen. Die Reform sei aber nicht optimal umgesetzt worden. Speziell der Aspekt der Verwaltungsarbeit erfordere zusätzliches Personal. Ein Schulleiter sei dafür überqualifiziert und überbezahlt. Kreisdezernentin Eva Burdorf nannte Sekretärinnen-Fortbildung eine mögliche Lösung des Problems. Grundsätzlich, so Jüttner, ist es richtig, die Schulen nicht mehr zentral steuern zu wollen. Deshalb sei die Strukturreform initiiert worden. Das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit müsse jedoch mit anderen Rahmenbedingungen versehen werden. Das dreigliedrige Schulsystem hält der Oppositionsführer generell für überholt und plädierte für Unterricht "unter einem Dach" - mit anderen Worten: für mehr Gesamtschulen.




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