weather-image
28°
Nach Unfall kommt Verfahren ins Rollen

Verwirrung vor Gericht: Hat er einen Führerschein oder nicht?

RINTELN. In einem Prozess um Fahren ohne Fahrerlaubnis blieb die entscheidende Frage unbeantwortet: Hat ein 48 Jahre alter Rintelner nun einen Führerschein oder nicht?

veröffentlicht am 25.02.2018 um 17:57 Uhr
aktualisiert am 25.02.2018 um 18:47 Uhr

270_0900_82983_Justizia_duester_dpa.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

RINTELN. Nach zahlreichen Ungereimtheiten wurde das Verfahren jetzt eingestellt. Allerdings muss der Mann eine Geldauflage in Höhe von 200 Euro an die Landeskasse überweisen.

Ins Rollen kam der Fall dadurch, dass der Angeklagte in einen Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 verwickelt war. Dort war er im Juni 2017 mit seinem Mercedes unterwegs, am Nachmittag kam es bei Fallingbostel zu einem leichten Unfall mit einem Lkw. Die Polizei wurde gerufen. Als die Beamten nach seinem Führerschein fragten, soll er geantwortet haben, den habe er vergessen. Nachforschungen ergaben dann, dass ihm im Februar 1993 in Oldenburg die Fahrerlaubnis rechtskräftig entzogen worden war. Merkwürdig, dass er ein halbes Jahr später vom Amtsgericht Frankfurt in einer anderen Strafsache zu einem dreimonatigen Fahrverbot verurteilt wurde. Das hat jedoch keinen Sinn, wenn ihm bereits sechs Monate zuvor die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Rechtskräftig wurde das Frankfurter Urteil aber erst 1996, vermutlich, weil der Mann zwischendurch eine ganze Zeit lang in Asien gelebt hat. Später gab es auch noch Einträge des Landkreises Northeim und der Führerscheinstelle in Göttingen darüber, dass dem heute 48-Jährigen die Fahrerlaubnis entzogen worden ist – in einem Fall mit dem Zusatz, die Sperre gelte für einen Monat. Dieser Sperrvermerk hat bei einer Entziehung auch keinen Sinn.

Der Führerschein sei ihm nie weggenommen worden, äußerte der Angeklagte vor Gericht. 2006 und 2015 stellte er Anträge auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Dies habe der Rintelner nur deshalb gemacht, weil er seinen Führerschein wiederhaben wollte. Denn er wisse nicht, wo der Schein überhaupt geblieben ist. Eine Verlustanzeige an Eides statt habe er aber nie abgegeben. Nicht genug der Verwirrung: Im Rahmen der Neuerteilung will er auch ein ärztliches Gutachten beigebracht haben. Diese Akte soll sich in Südniedersachsen befinden, ist offenbar momentan aber verschwunden.maf




Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Kommentare