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Bei der Fußball-Versammlung des VfR Evesen kochen die Emotionen hoch – Auflistung einer Reihe von Mängeln

VfR sauer „Wir werden vernachlässigt bis zum Letzten“

Evesen (wk). Manchmal reicht bekanntlich schon ein Tropfen, um das Fass zum Überlaufen zu lassen. Beim VfR Evesen waren es offensichtlich gleich mehrere, die dann aber auch einen ganzen Damm brechen ließen, der ein Meer an aufgestauten Emotionen freigab – bildlich gesprochen, versteht sich. Was war geschehen?

veröffentlicht am 01.12.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:21 Uhr

Bei der bis zu diesem Zeitpunkt völlig harmonisch verlaufenen Jahresversammlung der Fußballabteilung hatte der Trainer Frank Malisius unter dem letzten Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ angeregt, die aktiven Fußballer – als Hauptnutzer der Sportanlage – bei der Ableistung von Arbeitsstunden für den Verein verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Mit diesem Vorschlag traf er bei der Vereinsführung wohl einen wunden Punkt.

„Das Thema mit den Arbeitsstunden ist ein ganz heißes Eisen“, erregte sich Peter Möse, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Immer wieder sei der Verein auf die tatkräftige Hilfe seiner Mitglieder angewiesen, weil die Stadt Bückeburg jegliche Unterstützung bei der Unterhaltung der Sportstätte fehlen lasse. „Wir werden vernachlässigt bis zum Letzten“, setzte der Vorsitzende Wilfried Krömker noch einen drauf. Um seinem Unmut dann vollends freien Lauf zu lassen. Beim VfL Bückeburg sei alles „vom Feinsten“. Der Sportverein in Hevesen habe für eine halbe Million Euro ein neues Vereinsheim bekommen, während die Stadt Bückeburg dem VfR Evesen bis heute kein eigenes Vereinsheim finanziert hat. Der „absolute Hammer“ sei das. Stattdessen müsse sich der VfR Evesen in dem vom Schützenverein genutzten Sportheim mit lediglich vier Umkleideräumen, einem nur sechs Quadratmeter kleinen Schiedsrichterraum und einem Ballraum begnügen. Die blinden Fenster des Ballraums seien zudem dermaßen undicht, dass nach Regenfällen Wasser darin stehe.

Weiter kritisierte er, dass der VfR Evesen für die beiden „in Eigeninitiative“ gebauten Holzhäuser an A-Platz und B-Platz von der Stadt Bückeburg gerade mal 15 000 beziehungsweise 10 000 Euro an Zuschüssen erhalten habe. Den Rest habe der Verein selbst finanziert. Doch damit nicht genug: Der frei zugängliche A-Platz weise an den Standorten der Berieselungsanlage tiefe Löcher auf, die eine Unfallgefahr darstellten. Und bei der 40 Jahre alten Flutlichtanlage des B-Platzes sei bereits seit längerer Zeit ein Leuchtmittel defekt.

Wilfried Krömker

„Das weiß die Öffentlichkeit gar nicht, was hier abläuft“, schäumte Krömker, und betonte: „Wir sind hier nicht die Hansels. Wir ziehen auch die Kinder von der Straße, mit dem, was wir machen.“

Allerdings räumte der VfR-Vorsitzende ein, dass es wegen des desolaten Zustandes des Ballraumes bereits ein Gespräch mit dem Bückeburger Bürgermeister Reiner Brombach gegeben hat, der die Erneuerung der alten Fenster noch für dieses Jahr zugesagt habe. Gegenüber unserer Zeitung berichtete Krömker darüber hinaus, dass er dem VfR Evesen in Ermangelung eines eigenen Vereinsbüros einen Raum in seiner Firma zur Verfügung gestellt hat, um dort etwa eine EDV-Anlage zu betreiben und Akten zu lagern. Außerdem formulierte er den „dringenden“ Bedarf einer Flutlichtanlage für den A-Platz.




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