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"Klassik aus Holland" mit Violine und Pianoforte in der Petzer Kirche

Virtuoses rhythmisches Wechselspiel im mitreißenden Beethoven-Scherzo

Petzen. Zur Freude vieler Zuhörer waren der Geiger Hans Rijkmans und der Cembalist Jan Jansen in die Petzer Kirche St. Cosmas und St. Damian gekommen, um die von Pastor Heinz Schultheiß initiierten "Klassik aus Holland-Konzerte" fortzusetzen. Die Künstler gaben Sonaten von Beethoven, Bach und Mozart, und auch das Publikum gab etwas: herzlichen, anhaltenden Beifall.

veröffentlicht am 25.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

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Innig und kammermusikalisch ausgewogen meisterten die Solisten zu Beginn auf dem originalem Nachbau eines Pianoforte von 1804 und einer Geige aus dem Jahr 1780 die Herausforderungen von Beethovens "Frühlingssonate", op. 24, die stimmungsmäßig ideal zu der gerade untergehenden warmen Herbstsonne passte. Die heiteren Klanglandschaften lebten von dramatischen Gegensätzen ebenso wie von der Ausgewogenheit der Themen und Farben. Mal mit feinem, mal mit gröberen Pinsel zog der Violinist die melodischen Linien, und sein Kollege schuf ihm gespür- und energievoll dazu ein pianistischen Zentrum. Besonders prägnant gestalteten die Gäste aus Amsterdam und Utrecht das virtuose rhythmische Wechselspiel im mitreißenden Scherzo. Weil Beethoven und Mozart auf ganz verschiedene Weise von Bach geprägt worden sind, hatten die Akteure die "Sonate für Violine und Cembalo, Nr. 4, c-Moll", BWV 1017, in die Mitte ihres ansprechenden Programmes gestellt. In wohltemperierter Klarheit rückten sie dieses vielschichtige, "nicht geschriebene, sondern geschaffene" Notenwerk ins rechte Licht.Die Darstellung lebte von durchdachter Phrasierung und klangschön zelebrierter Melodik in den schlichten, langsamen Sätzen, deren technische Anforderungen nicht zu unterschätzen sind. Ehe zum Finale die "Sonate für Klavier und Violine, B-Dur", KV 454, im Blickpunkt stand, las Heinz Schultheiß einen beeindruckenden Ausschnitt aus Yehudi Menuhins Vortrag über den "Wert des Schweigens". Dann aber erfuhr der Mozart eine stimmige Deutung. Nach ausdrucksvoll geschildertem Largo präsentierten die SpezialistenAllegro, Andante und das Allegretto in ebensolcher Wolhfühlqualität. Kein Wunder, denn Hans Rijkmans fand einen singenden Ton für all die lieblichen Themen, und Jan Jansen ergänzte seinen Partner verständnisvoll auf seinem Instrument, das vom Klang her eine Mischung aus Cembalo und Klavier darstellt. Als Dank für den Applaus brachten die Niederländer Beethovens bezauberndes "Adagio molto espressivo" ein zweites Mal zur Geltung.




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