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Raus aus dem Elfenbeinturm

Voll im Trend

veröffentlicht am 11.09.2016 um 23:50 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:33 Uhr

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Gevatter Trend, das ist eine Erkenntnis der Wahlen zum Schaumburger Kreistag, ist ein verhältnismäßig zuverlässiger Geselle: Die erstmals auf Kreisebene angetretene AfD landete mit knapp 10 Prozent der Stimmen wie schon bei vorangegangenen Landtagswahlen einen klaren Wahlerfolg - ohne klares Programm, trotz interner Streitigkeiten, trotz verheerender Personalien.

Auch wenn die Vertreter von SPD (spürbare Verluste) und CDU (geringe Verluste) sich damit trösteten, dass es nach Mecklenburg-Vorpommern auch noch schlimmer hätte kommen können, darf das Ergebnis über eines nicht hinwegtäuschen: Auch im Landkreis gibt es zu Hauf unzufriedene Wählerinnen und Wähler, die sich in ihrem Frust der Rechtspartei zugewendet haben, nachdem sie, wie die gestiegene Wahlbeteiligung zeigt, in der Vergangenheit offenbar mit Wahlverweigerung ein Zeichen zu setzen gesucht hatten - ein Ungehörtes.

Umkehren lässt sich Gevatter Trend wohl nur, wenn die Politiker ihren vermeintlichen oder tatsächlichen Elfenbeinturm verlassen, wieder auf die Bürger zugehen und zuhören, und nachvollziehbare politische Entscheidungen treffen.

Dass das gelingen kann, hat die WGS gezeigt, die sich in der zu Ende gehenden Legislaturperiode häufig gegen die Konsensgemeinschaft der übrigen Kreistagsparteien gestellt hat und bei dieser Wahl noch zulegen konnte - trotz AfD.




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